Lexikon « Wissenswertes über Karies
Der Begriff Karies (lat. caries “Morschsein” und “Fäulnis”) bezeichnet eine Erkrankung der Zahnhartgewebe Zahnschmelz und Dentin. Es handelt sich um eine Zahnerkrankung, die durch eine mikrobielle Zerstörung der Zahnsubstanz bzw. äußeren Einflüssen gekennzeichnet ist.
Karies zählt zu den häufigsten und am weitesten verbreiteten Infektionskrankheiten in Deutschland und weiteren westlichen Industrieländern und ist somit eine typische Zivlisationskrankheit. Generell ist davon auszugehen, dass bei steigendem Wohlstand und den damit einhergehenden Ernährungsgewohnheiten eine starke Zunahme an Karieserkrankungen festzustellen ist. Nicht zuletzt, da sich die Weitergabe von Keimen kaum vermeiden lässt. Fast jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens mindestens einmal davon betroffen. Jedoch ist in den vergangenen Jahren in Deutschland durch erfolgreiche Maßnahmen der Kariesprophylaxe ein Rückgang des Kariesbefalls zu verzeichnen gewesen.
Dabei blickt die Zahnmedizin auf eine sehr lange Entwicklung zurück, wenn man bedenkt, dass der faule Zahn so alt ist wie die Menschheit an sich. Es sei zu erwähnen, dass Karies innerhalb der vergangenen 10.000 Jahre von einer völlig unbedeutenden Krankheit zu einer der verbreitetsten Kranken der Menschheit wurde, von der fast 99% betroffen sind.
Durch die tägliche Nahrungsaufnahme, Baketien in der Mundhöhle sowie mangelnder Zahnhygiene setzen wir uns vielfältigen Gefahren aus, die den Zahnschmelz schädigen. Die Ursachen sind äußerst vielfältig und reichen u. a. von einer genetischen Veranlagung, Mangelernährung, zuckerhaltigen Ernährung, Calcium- und Fluoridmangel bis hin über unzureichender Zahnhygiene.
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Verursacht wird Karies durch Bakterien sog. Milchsäurebakterien, vor allem Streptococcus mutans. Es befinden sich bis zu weit über 300 Arten von Bakterien zu jeder Zeit in der Mundhöhle, die nahezu fast immer unschädlich sind, bis auf Streptococcus mutans. Es ist davon auszugehen, dass so gut wie alle Menschen Kariesbakterien im Mund haben. Natürlich spielt hier die Zahnhygiene eine ganz entscheidende Rolle. Vor allem Streptococcus mutans sind auf Zuckerkomsum angewiesen. Hierbei bilden die Bakterien eine klebrige Struktur auf enzymatischem Weg, die aus den Kohlenhydraten der Nahrung unlösliche Verbindungen entstehen lässt, die sich auf der Zahnoberfläche ablagern. Diese Ablagerungen nennt man Plaque. Plaque ist eine weiche, unterschiedlich dicke Schicht, die sich aus Bakterien, deren Produkten und Speichelkomponenten zusammensetzt. Diese so entstandene Säure zerstört die Kristallstruktur des Hydroxylapatits, aus dem der Zahnschmelz besteht. Insbesondere greift es das Hydroxyl-Rückgrat des Kristalls an und löst es heraus. Dadurch bricht nach und nach der ganze Kristall zusammen und die Karies hat begonnen. Je mehr Zucker die Bakterien bekommen und je länger er im Mund bleibt, desto mehr Karies entsteht. Plaque bildet sich zudem besonders stark an den sogenanten Fissuren "Zahnrillen" und am Zahnfleischrand. Sie tritt vermehrt auf, wenn die Mundhygiene unzureichend ist. Dadurch entstehen zudem organische Säuren, die den pH-Wert im Mundraum absenken. Durch die Besiedlung mit Plaquebakterien kommt der Speichel somit nicht mehr an die Zähne heran und das führt letztlich dazu, dass somit die Reinigung sowie die Mineralisierung der Zahnoberfläche nicht mehr gewährleistet wird und demnach entfällt. Für die Zahnschmelzhärtung sowie die Mineralstoffaufnahme aus dem Speichel ist das jedoch unabdingbar.
Die Initialkaries zeigt sich mit meist klar sichtbaren weißen Flecken. Durch die Einlagerungen von Farbpigmenten, der Nahrungsaufnahme, werden diese Flecken im Zeitverlauf oft hell bis bräunlich. Begibt man sich in dieser frühzeitigen Phase zum Zahnarzt, kann die Remineralisierung des Zahns den Krankheitsprozess noch stoppen.
Bei der Dentinkaries wird das Zahnbein (Dentin) befallen. Erste Warnsymptome sind beginnende Zahnschmerzen. Da Dentin wesentlich weicher als Zahnchmelz ist, breitet sich die Karies unterhalb der Schmelz-Dentin-Grenze schnell in die Breite aus. Der Zahnschmelz an den Rändern des kariösen Defektes kann dann beim Kauen plötzlich wegbrechen. Meist wird erst zu diesem Zeitpunkt die Karies wahrgenommen.
Eine Caries profunda (tiefe Zahnkaries) liegt vor, wenn die Kariesläsion schon in über zwei Drittel der Dentinschicht in Richtung des Zahnmarkes (der Pulpa) vorgedrungen ist.
Bei der Caries penetrans (durchdringende Zahnfäule) hat der Defekt bereits durch das Dentin hindurch die Pulpa erreicht, so dass eine Verbindung zwischen Mundhöhle und Pulpencavum, dem Hohlraum zwischen Zahnkrone und Wurzel, entstanden ist.
Im Allgmeinen beschränkt sich die Behandlung kariöser Zähne weitgehend auf die Reparatur entstandener Schäden. Die nach dem Bohren, dem Entfernen befallener Teile der Zahnsubstanz zurückgebliebenen Löcher, werden mit einem plastischen Füllmaterial oder mit vorgefertigten Einlagen (Inlays) verschlossen. Wenn der Schaden schon zu groß geworden ist, wird eine Krone verwendet. Welche Füllung im Einzelfall die beste Wahl ist, sollte gemeinsam mit dem Zahnarzt besprochen werden.
Karies ist zwar sehr häufig, eine korrekt durchgeführte Prophylaxe kann diese Erkrankung der Zähne aber effektiv verhindern. Dazu gehören eine sorgfältige Zahnpflege (regelmäßiges Zähne putzen und Mundspülungen), Fluoridierung der Zähne, regelmäßige Zahnarztbesuche und eine zahngesunde Ernährung.
Bei einer sog. zahngesunden Ernährung spielt das Ernährungsverhalten in den verschiedenen Altersgruppen eine jeweils unterschiedliche Rolle.
Für den Aufbau einer gesunden Zahnsubstanz des Kindes, ist es unerlässlich, dass die Ernährung der werdenden Mutter alle wichtigen Nährstoffe in ausreichender Menge enthält.
Nicht gestillte oder nur kurz gestillte Kinder weisen häufiger Karies auf als gestillte. Dies wird zurückgeführt auf den Zuckergehalt teiladaptierter Milchnahrungen. Auch Kunststoff-Schnullerflaschen sollten von vernünftigen Eltern nicht zum Dauergebrauch überlassen werden, da sie die Entstehung der Karies fördern, vor allem, wenn sie Milch, Saft, gesüßten Tee, oder ähnliches enthalten. Natürlich sollten Säuglingen und Kleinkindern vorwiegend ungesüßte Tees, stark verdünnte Fruchtsäfte oder stilles Wasser ins Fläschchen füllen und dieses dann dem Kind nur kurzfristig überlassen. Zur Beruhigung, kann vorübergehend ein Schnuller gegeben werden. Idealerweise sollte man mit Kleinkindern im Anschluss an Mahlzeiten die Zähne putzen.
Vor allem Kinder und Jugendliche werden im besonderen Maße durch die Werbung in all ihren Variante und oft zudem durch das Gruppenverhalten stark beeinflusst und dadurch zur Nachahmung angeregt. In der Risikogruppe von 13-18jährigen sollte man daher besonders auf die zahngesunde Nahrungsaufnahme achten. Die Ernährung sollte möglichst vollwertig und abwechselungsreich sein, dann sind auch Süßigkeiten auch mal drin. Im Anschluss daran sollten die Zähne ordentlich gereinigt werden.
Nicht zuletzt sollten natürlich auch Erwachsene eine vollwertige und gesunde Nahrung zu sich nehmen, die alle Nährstoffe in ausreichender Menge aufweist. Dazu ist es oft auch ratsam, sich mit der eigenen Krankenkasse in Verbindung zu setzen.
Fluoride können auch selbst auf die Zähne aufgetragen werden. Dies kann mit fluoridhaltiger Zahnpasta, einer Mundspülung, verschiedenen Geleesgemacht werden. Zudem sollte man seinen Zahnarzt konsultieren, um sich je nach Notwendigkeit einen speziellen Lack auftragen zu lassen. Zudem bewirkt gründliches Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahncreme eine deutliche Verringerung der Kariesanfälligkeit. Dies ergaben Untersuchungen an Schulkindern. Der Karieszuwachs konnte auf diesem Wege um 50% zurückgedrängt werden, da die Fluoride die Balance im Mund wieder in Richtung Remineralisation brachte.

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