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Zahnarzt
Guten Abend, ich habe beginnende Paradontose, die laut ZA nicht auf die Zahnpflege zurückzuführen ist. Eine Freundin erzählte, der Paradontologe könnte unter Betäubung die Taschen reinigen, was besser wäre als herkömmliche PZR, und das sollte man alle 2 Jahren machen. Stimmt das und was kostet sowas(vermutlich keine Kassenleistung)? Gibt es sonst noch Empfehlungen, um die Parodontose zu zähmen? An der Ernährung kann es eigentlich wirklich nicht liegen, aber irgendwo muss es ja herkommen. Auf was müsste ein Internist mein Blut untersuchen? Gibt es Internisten mit Spezialgebieten in der Richtung..?
Patientenfrage
gestellt vor 1 Jahr
letzte Antwort vor 1 Jahr
gelesen 1382 mal
Antworten zu Was kann ein Paradontologe tun?
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Privatpraxis Dr. Christoph Huhn
Freundinnen erzählen manchmal viel, wenn der Tag lang ist ;-)
Eine Taschensäuberung unter Betäubung wird normalerweise nur 1x durchgeführt, anschließend genügt die regelmäßige, gründliche PZR.
Lassen Sie sich nicht verrückt machen und sprechen Sie erstmal mit einem ZA, der sich in Parodontologie auskennt. Ggf. kann er die Bakterienflora in den Taschen untersuchen, der Internist ist vermutlich überflüssig.
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Vielen Dank. Naja, trotz PZR geht der Zahnfleischrückgang weiter. Meine Fragen zum Internisten, was dort untersucht werden sollte und ob es da Spezialisten gibt, bleiben bestehen. Ist ein Zahnarzt, der sich in Paradontologie "auskennt", gleich ein Paradontologe? Hat der auch andere Möglichkeiten als Säuberungsmaßnahmen anzuwenden?
auf diese Rückfrage antwortenDr. Alexander Zill
Hallöle,
Parodontose ist eine bakterielle Infektion. Es gibt meines Wissens nach keine Parodontose, die nicht durch eine professionelle und intensive Zahnreinigung (geht über das hinaus, was eine Prophylaxe zu leisten vermag), notfalls auch mit Hilfe von Antibiotika, verbessert oder gar unter Kontrolle gebracht werden kann. Am Sinnvollsten sollte die professionelle Zahnreinigung mit Ultraschallansätzen erfolgen, da hierbei das attachement, also der Halt des Gewebes am Zahn selbst, nicht geschädigt werden muß. Mit Handinstrumenten ist das so eine Sache: Es gibt hervorragende Künstler, die ohne das Gewebe zu schädigen auch die Beläge, Konkremente (= Abbauprodukte der Bakterien unter dem Zahnfleischrand) entfernen können, aber leider gibt es auch die Möglichkeit, das Gewebe mit Handinstrumenten zu schädigen.
Dieses Verfahren nennt man full mouth desinfection und es gibt ein paar Varianten hinsichtlich der genauen Behandlungsabfolge, je nachdem, welcher Schule der Behandelnde Zaznarzt folgt. Alleine über die unterschiedlichen Behandlungsmethoden gibt es sehr zeitintensive Fortbildungen und es würde zu weit führen, diese hier zu erläutern.
Wenn diese Behandlung erfolgt ist, dann reicht eigentlich in vielen Fällen eine regelmäßige Reinigung alleine.
Wenn Sie sich einen Parodontologen oder einen Zahnarzt mit Schwerpunkt Parodontologie suchen, dann haben Sie eine größere Sicherheit, daß der Kollege weiß, was zu tun ist. Da aber in Deutschland die progressive Zertifizitis unter den Zahnärzten um sich greift, können Sie damit leider auch hereinfallen......
Eine Blutuntersuchung ist sehr selten sinnvoll und nötig. Ich persönlich würde das nur veranlassen, wenn der Verdacht einer genetischen Disposition besteht. Auch von einer Keimbestimmung bin ich nicht unbedingt überzeugt, da Sie mit einer gängigen Kombination von Antibiotika eigentlich das gesamte Keimspektrum abdecken können.
In jedem Falle sinnvoll ist eine genaue Erfassung, welche Zähne wie schlimm geschädigt sind.
Ihre Frage nach dem Unterschied: Ein Parodontologe hat eine teilweise mehrjährige Zusatzausbildung absolviert, ein Kollege mit Schwerpunkt hat diese zwar nicht, sollte aber dafür ganz sicher auf eine mehrjährige Erfahrung zurückblicken. Sprechen Sie mit dem Kollegen und hinterfragen Sie die Qualifikation.
Gute Besserung und viel Erfolg
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Vielen Dank für Ihre Erklärung, das war interessant. Ich werde diese full mouth desinfection mal hinterfragen. Falls mir solch eine Behandlung vorgeschlagen werden sollte, ist das eine reine Privatleistung? Vielen Dank und ein schönes Wochenende!
auf diese Rückfrage antwortenDr. Alexander Zill
Hallöle,
in wie weit eine solche Behandlung privat oder teilweise privat abgerechnet wird, hängt auch ein wenig vom behandelnden Kollegen ab. Ein gängiger Zwischenweg, bei dem ein Teil der Kosten über die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet werden kann, ist aber möglich und denkbar.
Grüße
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