Zahnmedizin

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Zahnarzt

Sehr geehrte Damen und Herren, Als erstes möchte ich unabhängig von der jetztigen Situation den Zahnärzten hier ein grosses Lob für Ihr Engagement aussprechen, dass Sie sich in Ihrer Freizeit die Zeit nehmen Patienten mit Ihren Ratschlägen zur Seite zu stehen. Toll, dass es heutzutage durch das Internet so eine Möglichkeit und Leute, die dazu bereit sind gibt. Ich als Patientin schätze es sehr, einfach mal über das Internet einen Fachmann fragen zu können und nicht nur die Meinung (m)eines Zahnarztes, sondern gern auch mehrere verschiedene Meinungen zu hören. Was davon man aus den Antworten und Empfehlungen für sich mitnimmt und wie/ob man etwas davon umsetzt, sei selbstverständlich jedem selbst überlassen. Das Buch von Herr Dr. Hendrickson habe ich nicht gelesen, ich denke aber, dass man als "unwissender" Patient so einiges daraus für sich und seine Gesundheit mitnehmen kann, sofern - und nur sofern - man in der Lage ist, die Aussagen differentiert zu betrachten und weiterzudenken. Was mich am meisten wundert, ist die unrelativierte Aussage von Herr Dr. Hendrickson man müsse bei zahngesunder Ernährung etc. nicht zum Zahnarzt gehen. Was ist mit genetisch bedingten Dingen, wie beispielsweise schiefen, inpaktierten Weisheitszähnen, die diverse Probleme bis hin zur irreversiblen Schädigung der Nachbarzähne durch Resorption derer Wurzeln haben können oder eine erhebliche Gebissfehlstellung durch die zahlreiche Probleme entstehen können, die man bis heute nur kieferorthopädisch korrigieren kann oder das immer grösser werdende Problem des nächtlichen Zähneknirschens durch zuviel Stress und so weiter. Soll man dann Gebissabdrücke und Schienen "do it yourself" anfertigen oder gar den Zustand unbehandelt lassen? Was ist, wenn man Zähne durch einen Unfall verliert, Zähne abbrechen, etc. Wer soll das behandeln? Ganz ohne Zahnärzte wird es wohl nicht um nicht zu sagen nie gehen. Das Problem sehe ich darin, dass wenn sich die Leute abgewöhnt haben zum Zahnarzt zu gehen, auch keine "normale" Beziehung zu ihnen entwickeln und Vertrauen aufbauen können. Natürlich sind leider auch mir einige Fälle bekannt, in denen das Vertrauen von Patienten missbraucht wurde. Das ist in jedem erdenklichem Beruf der Fall und wird sich wohl auch nicht ändern, solange der Mensch lebt. Doch wie soll man nun also, nachdem man jahrelang nicht beim Zahnarzt war genug Vertrauen fassen, da "einfach mal so" hinzugehen, wenn es anders nicht mehr geht? So einfach wird das nicht gehen. Mir wurde als Kind leider aufgrund von negativen Erfahrungen meiner Eltern sehr sehr viel Angst vor dem Zahnarzt gemacht, sodass ich als Jugendliche unter einer starken Oralophobie litt und 7 Jahre nicht mehr beim Zahnarzt war. Diese Angst und vor allem diese eingeschränkte Lebensqualität wünsche ich niemandem, ich kann im Nachhinein nur bereuen warum ich nicht früher den Mut gefunden habe zu einem Zahnarzt zu gehen. In einem Punkt muss ich den Kritikern zwar zustimmen, mein Zahnarzt hat mich nie über die richtigen Prophylaxe-Massnahmen aufgeklärt, es lag an mir mich mit der Zeit darüber zu informieren, da er auf Fragen sehr knapp und unausführlich antwortete, an ein Beratungsgespräch war da eher nicht zu denken. Nichts desto trotz bin ich nun dank scheinbar relativ guter Zahnpflege und regelmässigen Zahnreinigungen Kariesfrei und habe in dieser Zeit durch mehrere Vorfälle viel Vertrauen zu meinem Zahnarzt gewonnen, die mir gezeigt haben, dass es ihm nicht nur um das Geld geht, sondern dass er mich auch als ganzen Menschen sieht und sich nicht nur für meine Zähne sondern eben auch für mich als Menschen sorgt. Ich möchte hiermit allen Angsthasen viel Mut und Kraft wünschen den ersten Schritt zu tun und sich einen Zahnarzt zu suchen, denn der Weg in ein neues, würdigeres Leben ist machbar! Es werden vielleicht nicht alle verstehen was ich mit diesem Satz meine, doch meine Leidensgenossen wissen es nur allzu gut. Abschliessend möchte ich noch ein paar Worte an Karl-Heinz richten. Karl-Heinz, Sie sind ein sehr eloquenter und durchaus humorvoller Mann. In dem Thread "das buch zahnarztlügen" waren Sie den Zahnärzten meiner Meinung nach rein argumentistisch (!) überlegen, was jedoch keinesfalls heissen soll, dass Sie es besser wissen als die Fachleute. Warum begeben Sie sich auf das jetztige Niveau herab? Ich hatte zwar viel zu lachen, jedoch muss ich das wirklich als kindisch bezeichnen. Ein Mann von Ihrer Grösse, wie ich sie im oben genannten Thread erkannt habe, sollte das nicht nötig haben. Mit einem solchen Verhalten stellen Sie die Zahnärzte zweifelsfrei höher als Sie. Schade. Was mich persönlich interessieren würde: Ich habe bereits von dem ein- oder anderem gehört, dass ihnen die profesionelle Zahnreinigung im Nachhinein mehr geschadet als geholfen hat. Haben Sie eine Erklärung dafür warum die professionelle Zahnreinigung mal ganz abgesehen vom finanziellen Aspekt den Zähnen mehr schadet als hilft? Kennen Sie die Folgen, die durch zu häufige Anwendung entstehen können und können Sie uns diese "zum Wohl" der Patienten, an dem sie scheinbar interessiert sind, nennen? Es würde mich wie gesagt interessieren mal unverbindlich die Argumentation von Ihrer Seite aus zu hören, da ich mir bei diesem Thema recht unsicher bin. Ich muss dazu sagen, ich komme ursprünglich nicht aus Deutschland. In meinem Heimatland werden weder Zahnreinigungen so häufig durchgeführt, noch werden Weisheitszähne so oft gezogen. Die allgemeine Zahngesundheit ist dort trotzdem oder gerade deswegen schlechter, was jedoch sicher zu einem grossen Teil an den qualitativ minderwertigeren Zahnpasten und fast schon fehlenden Gels liegt. Bezüglich der Weisheitszähne hat sie noch niemand in meiner Familie entfernt; mein Zahnarzt hatte mir dazu geraten, ich habe es aus Angst bis heute nicht getan und (noch) geht es mir bestens damit. Kurzgefasst: Ich finde es gut "fragwürdige" Tätigkeiten in unserer Gesellschaft kritisch zu hinterfragen, das gilt selbstverständlich nicht nur für Zahnärzte, sondern wie bereits erwähnt für alle mögliche Berufe. Ein Leben ohne Zahnärzte wird wohl so oder so nicht möglich sein und aus Erfahrung kann ich sagen, ist das Schlimmste was man machen kann Zahnärzte deshalb zu verteufeln, gerade wenn man sie wirklich braucht. Das hätte mir und zig Millionen anderen Menschen viel Leid erspart. Mein Zahnarzt hat mich persönlich davon überzeugt, dass er nicht so ist, wie Herr Dr. Hendrickson Zahnärzte in seinem Video darzustellen versucht. Ich lege meine Zähne und meine Gesundheit gewiss niemandem in die Hand, zu dem ich kein Vertrauen habe. Zu ihm habe ich es gewonnen und bin heute sehr glücklich und dankbar darüber. Ohne Zahnärzte hätte ich so einige meiner Probleme nicht lösen können, die nicht durch Zahnärzte sondern eben durch Vermeidung dieser entstanden sind. Heute geht es meinen Zähnen "bestens" und ich muss mir nicht mehr jede Stunde vor Augen führen, wie sehr sie meine Lebensqualität einschränken. Auch Zahnärzte sind Menschen, man sollte jedem von ihnen eine Chance geben sich als menschlich zu erweisen. Sind sie es nicht, bleibt das Wartezimmer leer. Das mag zu einfach klingen und geht zweifellos sehr oft zu Lasten der Patienten - dennoch bin und bleibe ich glücklich darüber heute ein gesundes Verhältnis zu Zahnärzten zu haben und sie heute mit anderen Augen zu sehen als es mir immer weissgemacht wurde. Ich wünsche Ihnen, den Zahnärzten und den restlichen Leuten von Herzen alles Gute. Mit freundlichen Grüssen, M.

Patientenfrage

gestellt vor 1 Jahr
letzte Antwort vor 42 Jahren
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