Betreff: Riesenangst vorm Zahn ziehen - Narkose?

In Kategorie: Hilfe bei Zahnarzt Angst - Zahnarzt Forum Startseite

Frage von: Marion T. am: 06.03.2010 - 17:31 Uhr gestellt
(Beitrag bzw. Frage wurde 653 mal gelesen)

Hallo,

ich muss für meine Frage leider ein bisschen weiter ausholen und möchte gern die Vorgeschichte schildern, um zu verdeutlichen, woher die Angst meiner Tochter kommt:

Meine Tochter (wird nächste Woche 7) hatte mit 5 eine Karies am ersten Backenzahn links unten, die ohne Schmerzen behandelt wurde. Die Füllung verlor sie jedoch 3 mal. Einige Zeit, nachdem sie das 3. Mal erneuert wurde, bekam meine Tochter schlimme Zahnschmerzen. Mein Mann ging mit ihr zum Zahnarzt und dieser sah keinen anderen Weg, als den Zahn zu ziehen (es hatte sich wohl Eiter unter dem Zahn gebildet, der eine Beule im Zahnfleisch nach außen trieb). Der ZA hat zwar per Spritzen betäubt, die Betäubung schlug jedoch nicht an. Es war sehr, sehr schlimmm für meine Tochter. Sie musste von 4 Personen festgehalten werden und nach der Behandlung von meinem Mann zum Auto getragen werden. Das war im Herbst letzten Jahres. (Es zeigt sich noch kein neuer Zahn in der Lücke).

Nun hatte sie Ende letzten Jahres eine kleine Karies auf dem genau gegenüberliegen Backenzahn (unten rechts), die behandelt wurde. Seit einer Woche hat sie an diesem Zahn starke Schmerzen. Unser Zahnarzt hat den Zahn gestern aufgebohrt und meinte, sofern die Schmerzen nicht weggehen, müsste er ihn ziehen. Heute Morgen hatte meine Tochter leider immer noch ziemliche Schmerzen. Also sind wir zum ZA gegangen, um den Zahn ziehen zu lassen. Sie hatte schon große Angst vor der Spritze, hat diese aber noch über sich ergehen lassen. Als der ZA dann aber anfangen wollte, spürte sie wieder Schmerzen und es war aus. Es ging wirklich nichts mehr. Wir haben 1 1/2 Stunden versucht, sie zu überreden, ihr Mut zu machen, sie gestreichelt und versucht aufzubauen. Sobald der Zahnarzt aber auch nur ansatzweise in ihre Nähe kam, hat sie geschrien wie am Spieß und sich mit Händen und Füßen gewehrt. Letztenendes war sie fix und fertig und wir haben es aufgegeben.

Momentan sind die Schmerzen wohl erträglich, aber ich meine, der Zahn muss wohl über kurz oder lang entfernt werden, oder? (er ist offen).

Nun habe ich hier im Forum schon mehrfach von der Lachgasmethode gelesen. Ist das eine oft verwandte Methode (mein Zahnarzt hatte noch nicht davon gehört)? Würden Sie mir dazu raten und wenn ja, wie funktioniert diese? Gibt es eventuell noch andere Möglichkeiten?

Müsste ich dann zu einem Kieferchirurgen gehen oder wird die Methode auch in Zahnarztpraxen angewandt?

Mein Mann hat Angst, dass eine Narkose zu riskant für unsere Tochter sein könnte, aber diese Angst möchte ihr wirklich nicht noch einmal zumuten. Es war wirklich ganz schlimm.

Vielen lieben Dank für Ihre Tipps im Voraus und Entschuldigung für die Länge des Textes.

Liebe Grüße von einer verzweifelten Marion

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Antwort:

Dr. Dirk Haubold

(am 06.03.2010 - 18:23 Uhr)
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Hallo,
zur Zahnentfernung gibt es wohl nun keine Alternative mehr. Zunächst könnte man mit einem Antibiotikum die akute Entzündung bekämpfen, dann sollte es auch mit der lokalen Anästhesie besser gehen. Möglicherweise ist es aber auch die Panik Ihrer Tochter, (durch das traumatische Ereignis verursacht) die dazu führt, dass kleinste Missempfindungen als Schmerz wahrgenommen werden. Die Lachgasmethode wird häufiger in ausgesprochenen Kinderzahnarztpraxen angewendet. Ansonsten könnten Sie noch versuchen, per Hypnose die Wahrnehmungen Ihrer Tochter auf andere Sachen zu konzentrieren und so eine Extraktion mit einer Lokalanästhesie ermöglichen. MfG

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Kommentar von:


von: Marion T. am: 06.03.2010 - 19:10 Uhr


Lieber Herr Dr. Haubold,

vielen Dank für Ihre Antwort. Das Antibiotikum müsste der Zahnarzt verschreiben, oder?

Ich habe auch das Gefühl, dass allein die Angst vor dem Schmerz neuen Schmerz bei ihr auslöst.

Viele Grüße Marion

Antwort:

Zahnärzteteam für Ästhetische Zahnheilkunde - Ulrich Waller und Andreas Schmalbruch -

(am 06.03.2010 - 23:12 Uhr)

Häberlstr. 26
80337 München
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Hallo,
ich muss in diesem Fall meinem Kollegen widersprechen (sorry!).
Wenn der Zahn nämlich noch eine gewisse Vitalität haben sollte bzw. vor dem Aufbohren noch hatte, was durchaus möglich ist(!), dann wäre das Antibiotikum, insbesondere noch bei einem 7-jährigem Kind(!), meines Erachtens nach kontraindiziert. Ohne grössere(!) bakterielle Infektion gibt es keine Grundlage für ein Antibiotikum (schon gar nicht bei einem Kind)

Wir wissen nicht was, wie, wo und wieviel der Zahnarzt gespritzt hat und oft kann es sein, dass eine Spritze einfach noch nicht ausreicht oder nicht richtig sitzt (eine Nichtwirkung der ersten Spritze kann sogar schon an der hohen Nervosität eines Kindes liegen).

Fakt ist, Ihr Kind darf keine weiteren pychischen und schmerzhaften "Grausamkeiten" mehr erleben, um nicht eine richtige Phobie zu entwickeln.
Bitte wenden Sie sich für jede weitere Behandlung an eine spezielle Kinderzahnarztpraxis. In diesen Praxen ist alles(!) (Ausbildung der Ärzte und des Personals, kinderfreundliche Einrichtung, technisches Equipment... einfach alles!) auf die Behandlung auch super ängstlicher Kinder und schwerer Fälle ausgerichtet und man kann Ihnen dort alle Varianten einer Betäubung, Sedierung, Narkose bieten und mit Ihnen individuell abstimmen. Ihrem Kind zuliebe sollten Sie unbedingt eines solche Praxis aufsuchen!!!
MfG

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Dr. Dirk Haubold 06.03.2010 - 23:20

Der Zahn wurde trepaniert, um die akuten Schmerzen zu beseitigen, also gehe ich doch von einer bakteriellen Infektion aus.

Antwort:

Praxis Sandra Müller-Angstzahnärztin

(am 07.03.2010 - 04:19 Uhr)

Leonrodstrasse 9
80634 München
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hallo marion! ein aufbohen des zahnes alleine ist definitiv keine therapie und ein offenlassen des zahnes erst recht nicht. mit einer antibiotikatherapie wäre ich zurückhaltend! viel wichtiger ist es, dass der zahn adäquat behandelt wird( evtl. muss er gar nicht raus! auch wenn seine chancen sinken aufgrund des offenlassen des zahnes...!)
zum thema lachgas: lachgas ist eine bewährte methode in der kinderzahnheilkunde, wird aber in deutschland nur in spezialisierten kinderzahnarztpraxen angeboten!wenn die möglichkeit besteht, würde ich auch eine solche praxis aufsuchen, die Ihr kind adäquat behandelt, denn ein offenlassen eines milchzahnes ist überhaupt nicht gut, ebenso wie ein kind mit 4(!!!) personen zu fixieren! das wundert mich überhaupt nicht, dass Ihre tochter große angst hat. ansonsten empfiehlt sich eine behandlung unter dormicumsaft( sedierung) um Ihr kind zu behandeln.bitte suchen sie eine kinderzahnarztpraxis auf oder einen kollegen der viele kinder behandelt und evtl. dafür eine zertifizierung aufweist. wo wohnen Sie? eventuell kann ich Ihnen jemanden in Ihrer nähe nennen...

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Antwort:


von: Marion T. am: 07.03.2010 - 08:39 Uhr

Guten Morgen,

vielen Dank für Ihre Antworten.

Online habe ich auf Anhieb keinen Kinderzahnarzt in der Umgebung gefunden, werde aber am Montag bei unserer Schulzahnärztin (Arbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege) anrufen und mich erkundigen.

Ich würde auf jeden Fall auch ein paar km weiter fahren, um ihr diese Angst zu ersparen.

Wegen der Spritzen: Unser Zahnarzt hatte zunächst "einfach" betäubt. Nachdem sie dann aber noch etwas merkte, hat er nochmals nachgespritzt. Sie spürte immer noch Schmerzen (dabei drückte sie selbst auf ihren Zahn - den ZA ließ sie mit der Zange nicht in ihren Mund). Nach ca. einer halben bis dreiviertel Stunde haben wir uns dann das erste Mal auf den Heimweg gemacht, als meine Tochter nach 50 Metern aus der Praxis wieder Mut fasste und zurück zum ZA wollte. Da hat der ZA dann nochmals nachgespritzt. Ich glaube, ihre Angst war inzwischen aber so groß, dass das Ziehen einfach nicht mehr ging. (Meine Tochter ist ansonsten sehr tapfer in Bezug auf Schmerzen, sei es durch schlimmere Stürze oder andere Verletzungen. Sie ist eigentlich nicht überempfindlich, noch nicht einmal empfindlich).

Heute Morgen waren ihre Schmerzen erstmal weg (sie hat allerdings auch noch nichts "Festes" gegessen). Ich erkundige mich am Montag aber definitiv nach dem Kinderzahnarzt.

Auf jeden Fall erstmal vielen Dank für Ihre Hilfe! Ich bin froh, diese Seite gefunden zu haben.

LG Marion

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Kommentar von:

Praxis Sandra Müller-Angstzahnärztin 07.03.2010 - 08:48

hallo marion! falls nochmals heute beschwerden auftreten, dann besorgen Sie bitte in der notdiensthabenden apotheke nurofensaft( wirkstoff ibuprofen), die entscheidung für eine kinderzahnarztpraxis ist absolut sinnvoll!alles gute und bitte melden Sie sich, wie es weitergeht!

Antwort:


von: Marion T. am: 08.03.2010 - 20:45 Uhr

Einen guten Abend,

wollte einen kurzen Zwischenbericht geben. Meine Tochter war heute tagsüber ganz glücklich, weil sie keine Zahnschmerzen hatte - leider kamen sie heute Abend wieder.

Ich selbst bin auch ganz froh - habe eine total nette Kinderzahnärztin in nur 10 km Entfernung gefunden. Leider zieht hier in der Umgebung aber scheinbar kein Kinderzahnarzt Zähne unter Narkose bzw. unter Verwendung von Lachgas oder diesem Saft. Die Kinder werden direkt an den Kieferchirurgen überwiesen.

Mit der Praxis des Chirurgen habe ich heute auch telefoniert und darf morgen früh zum Kucken kommen.

Habe meiner Tochter davon berichtet, worauf sie allerdings direkt wieder panisch reagiert hat. Habe versucht, ihr zu erklären, dass der Zahn entfernt wird, während sie ganz fest schläft. Davon wollte sie aber gar nichts wissen.

Nun ja, mal sehen was der Kieferchirurg morgen sagt. Ich bin guter Hoffnung.

Einen schönen Feierabend und liebe Grüße

Marion

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Kommentar von:

Zahnärzteteam für Ästhetische Zahnheilkunde - Ulrich Waller und Andreas Schmalbruch - 08.03.2010 - 21:23

Hallo Marion,
dass kann ich mir vorstellen, dass Ihre Tochter davon gar nichts wissen wollte. "Die machen mich irgendwie schlafend" (´aber ich will das doch gar nicht!´) "und dann nehmen Sie mir den Zahn raus" (´wer eigentlich?... kenne ich doch gar nicht!... schon wieder ein anderer...! und wie nimmt er den jetzt raus?... heimlich?... tut das nicht trotzdem weh?...). 1000 sekundenschnelle ungeklärte Fragen.
Versuchen Sie Ihrer Tochter einfach noch paar positive(!) Bilder dazu zu geben (nicht nur, dass der Zahn dann nicht mehr weh tun wird, weil er weg ist (Wegsein hat auch was Unheimliches - und dann noch im künstlichen Schlaf)). Vielleicht, weil der neue gesunde Zahn schon wartet... oder irgendwas besseres Positives (da kennen Sie Ihre Tochter besser).
LG

Antwort:


von: Marion am: 10.03.2010 - 11:04 Uhr

Guten Morgen,

bin gestern Abend nicht auf die Seite gekommen, deswegen erst heute:

Vielen Dank für die tollen Ideen!!!!! Manchmal denkt man als Erwachsener einfach viel zu "praktisch" und fantasielos und versucht Kindern Sachen zu erklären, die sie noch gar nicht verstehen können. Die Idee mit dem Traum- und Fantasieland ist ein Superansatzpunkt!

Das Vorstellen beim Chirurgen gestern verlief ganz positiv. Ein junger Chirurg, an dem meine Tochter direkt Gefallen gefunden hat. Er hat nur kurz gekuckt und auch empfohlen den Zahn zu entfernen. Er meinte, selbst wenn die Schmerzen jetzt verschwinden würden, könnten sie jederzeit (umso schlimmer) wiederkommen.

Morgen sind wir zum Ziehen bestellt. Es wird zunächst mit dem "Schlaftrunk" versucht werden. Sollte das nicht funktionieren, würde sie dann ein Vollnarkose erhalten. Ich glaube, ich bin noch aufgeregter als meine Tochter(lasse mir aber nix anmerken).

Ich habe ein wenig Angst, dass sie der Schlaftrunk zwar körperlich "lahmlegen", sie aber die Angst im Kopf immer noch spüren und sich dann körperlich nicht wehren könnte. Ist es wirklich so, dass das Schmerzempfinden durch den Trunk ausgeschaltet wird?

Am Samstag hat meine Maus ihren 7. Geburtstag. Ich hoffe, dass sie bis dahin alles überstanden hat.

Vielen Dank für Ihren Beistand und liebe Grüße

Marion

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Kommentar von:

Praxis Sandra Müller-Angstzahnärztin 10.03.2010 - 11:08

hallo marion, der schlafsaft ist die besagte dormicumsedierung! ihr kind ist voll ansprechbar, bekommt auch alles mit, aber die erinnerung an das ereignis wird sozusagen ausgeschaltet ebenso wie ein ziemliches "sch...egal" gefühl sich einstellen wird.
erzählen Sie bitte wieder eine positive geschichte mit sehr viel neugierde auf die tolle sache und vergessen Sie bitte auf keinen fall den besuch der zahnfee....;-) am 7. geburtstag ist schon laaaange alles vergessen! alles gute bis dahin! melden Sie sich, wie es gelaufen ist.... keine panik!

Antwort:

Praxis Sandra Müller-Angstzahnärztin

(am 12.03.2010 - 23:29 Uhr)

Leonrodstrasse 9
80634 München
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hallo marion!
Sie sehen die aspekte die ich angesprochen hatte (kind ansprechbar, weinen, schreien etc.) sind eingetreten aber vergessen bei der sedeierung. zum glück!Dass das ein extrem komisches gefühl für die eltern ist und Sie irritiert, wundert mich nicht. thematisieren Sie das ganze bestmöglich überhaupt nicht mehr und feiern morgen erst mal geburtstag, so blöd das klingt, aber auch nicht ständig durch das rumknuddeln daran erinnern.was lernt sie kleine daraus?:"ok, ich bekomme besonders viel aufmerksamkeit, also war das was schlimmes, sonst würde mama sich so nicht verhalten..."damit wird die angst der kleinen vor dem bösen zahnarzt noch tiefer "eingepflanzt"!
was da aus der wunde herausragt, weiß ich leider auch nicht, es gibt zwei möglichkeiten: entweder noch ein wurzelrestchen des entfernten zahnes, oder es ist die "spitze" des bleibenden zahnes.
was den kontrolltermin angeht, würde ich ebenso vorgehen, wie bei der vorstellung zum entfernen des zahnes( kreativ-positive geschichte).berichten Sie uns...ich drücke die daumen!

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Zahnärzteteam für Ästhetische Zahnheilkunde - Ulrich Waller und Andreas Schmalbruch - 11.03.2010 - 03:19

Viel Glück an die coole Kleine und die aufgeregte Mama ;-)))

Kommentar von:


von: Marion T. am: 12.03.2010 - 22:33 Uhr


Guten Abend,

bin leider gestern und heute Vormittag nicht auf die Seite gekommen. Daher unser Bericht leicht verspätet:

Der Zahn ist raus, meine Maus hat es überstanden. Leider lief es nicht wie erhofft, aber sie kann sich glücklicherweise an fast nichts mehr erinnern.

Als wir an der Reihe waren, war von Vollnarkose überhaupt keine Rede mehr. Das Mittel für den Dämmerschlaf durfte sie auch nicht trinken (die Wirkung wäre nicht schnell genug eingetreten), also sollte sie eine Nadel in den Handrücken bekommen. Leider war ihre Panik sofort wieder da, so dass dies wieder nur mit Gewalt und Festhalten geschehen konnte. Sie war psychisch schon fix und fertig, bevor das Mittel überhaupt in ihr war. Als die Nadel saß, beruhigte sie sich langsam wieder. Als das Mittel einfloß, sackte sie kurz etwas zusammen. Dann wurde sie von meinem Schoß genommen und in den OP gebracht, wo sie sofort wieder nach mir rief und weinte. In den OP-Raum konnte man durch ein kleines viereckiges Fenster schauen. Ich hab nicht reingesehen, aber ich habe meine Tochter laut schreien gehört.

Nach ca. 5 min. war alles überstanden. Sie wurde wieder rausgebracht, auf ein Bett gelegt und ich durfte zu ihr. Ich war entsetzt über ihren Anblick. Ihre Augen und ihr ganzes Gesicht waren krebsrot, sie weinte immer noch leise und fragte mich, ob ihr Zahn schon raus sei. Gott sei Dank scheint sie wirklich alles vergessen zu haben, denn sie fragte mich das in den nächsten 5 min. ca. noch 10 mal. Nach ca. einer halben Stunde bekam sie langsam wieder ihre normale Gesichtsfarbe und begann wieder normal zu erzählen. Sie sah bunte Bilder und Menschen, die ins Wasser sprangen.

Nach der halben Stunde kam der Anästhesist nochmal und fragte, ob es meiner Tochter gut gehe, was ich bejahte. Daraufhin entfernte er ohne ein Wort die Nadel aus dem Arm meiner Tochter, sagte, wir sollen uns noch ins Wartezimmer setzen und verschwand. Da saßen wir dann noch ca. eine halbe Stunde, bis eine Schwester kam und sagte, dass wir gehen dürften.

Nach alledem sagte meine Tochter, sie wolle ab jetzt immer hierher kommen zum Zähne ziehen, was mich für die Zukunft hoffen lässt.

Sie war allerdings gestern, als auch heute noch sehr gedrückt, weinte bei jeder Kleinigkeit. Ich knuddel und drücke sie sooft ich kann und sage ihr immer wieder, wie stolz ich auf sie bin.

Jetzt möchte ich ihr erstmal ein bisschen Zeit geben, das alles wirklich zu vergessen und sie dann im späteren Frühjahr der netten Kinderzahnärztin vorstellen. Ich hoffe sehr, dass sie es schafft, wieder Vertrauen aufzubauen.

LG Marion

P. S. Aus ihrer Wunde kuckt so eine Art weißer Rand heraus, der hart ist. Ist das i. O.? Wir sind nä. Do. nochmal zur Kontrolle bestellt.

Kommentar von:

Zahnärzteteam für Ästhetische Zahnheilkunde - Ulrich Waller und Andreas Schmalbruch - 12.03.2010 - 23:37

hallo marion,

gott sein dank ist die geschichte vorbei! Sie scheinen eine super kleine zu haben, so tapfer und schnell "regenerierend" sie das alles übersteht. hut ab!
der weiße harte rand an der wundrandinnenseite ist wahrscheinlich der noch leicht freiliegende knochenrand des zahnfaches, wenn es hart und ohne zahnfleischüberzug ist (abwarten, verheilt noch). wenn es ein weißer belag auf dem zahnfleischrand wäre, dann ist es fibrin (normal bei extraktionswunden).
einfach die wunde ´sich selbst überlassen´ und ausheilen lassen.
mfg

Kommentar von:

Praxis Sandra Müller-Angstzahnärztin 08.03.2010 - 21:47

hallo marion machen Sie Ihr kind neugierig auf die "angeblich" tollste (narkose) der welt. also ich erzähle geschichten wie: also erst mal bekommst du einen zaubertrank und durch den kommst du ins traumland, da gibts viele bunte kugeln... gelbe und rote...(da dürfen Sie sich ausspinnen;-))) )und im traumland da..... verstehen Sie?
kinder denken in bildern, farben und formen, bloß nicht argumentieren: das muss jetzt sein, damit der zahn rauskommt, dafür fehlt die einsicht in diesem alter!
auch auf den besuch beim chirurgen sollten Sie die kleine positiv vorbereiten... der schaut sich das alles an, der kann zaubern und dich ins traumland schicken, derm uss aber erst noch festlegen ob du links oder rechts rum fliegen darfst... seien Sie bitte positiv kreativ...eine geweckte neugierde bringt Sie viel weiter nach vorn!ich drücke die daumen... Sie haben ja noch ein paar stunden zeit sich was einfallen zu lassen;-)

Kommentar von:

Zahnärzteteam für Ästhetische Zahnheilkunde - Ulrich Waller und Andreas Schmalbruch - 08.03.2010 - 23:50

@Sandra: toll und zauberhaft Deine Ideen!!!
(ich war schon so ausgelullt von heute...)
@Marion: Viel Erfolg!

Kommentar von:


von: Marion T. am: 07.03.2010 - 08:53 Uhr


Den Nurofensaft haben wir da - hat ihr in den letzten Tagen vor allem nachts gut geholfen. Trotzdem danke ;)

Werde berichten, sobald es Neuigkeiten gibt.

LG Marion

Kommentar von:

Zahnärzteteam für Ästhetische Zahnheilkunde - Ulrich Waller und Andreas Schmalbruch - 07.03.2010 - 14:33

... wenigsten ein kleines momentanes highlight, dass keine Schmerzen vorhanden sind.
Ja, berichten Sie bitte weiter.
Alles Gute bis dahin!

Kommentar von:

Zahnärzteteam für Ästhetische Zahnheilkunde - Ulrich Waller und Andreas Schmalbruch - 07.03.2010 - 00:42

Wir wissen(!) nicht, ob es vielleicht auch nur ein Fall für eine Pulpotomie gewesen wäre (die bekanntlich viele Zahnärzte nicht vollziehen). Dann wäre ein AB ganz sicher falsch.

Kommentar von:

Dr. Dirk Haubold 06.03.2010 - 19:21

ja, das Antibiotikum verschreibt der Zahnarzt




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