Massive Karies bei 3-jaehrigem

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Zahnarzt

Mein Sohn (3 Jahre alt) wurde bei einer Routineuntersuchung mit massiver Karies (12 Zaehne) diagnostiziert. Er hat keine Schmerzen und die Karies ist hauptsaechlich zwischen den Zaehnen (nur im Roentgenbild erkennbar). Die Untersuchung wurde von einem auf Kinder spezialisierten Zahnarzt durchgefuehrt. Hierzu haben wir nun einige Fragen: 1. Seine Schwester (5 J.) isst das Gleiche und putzt aehnlich, hat aber nur geringe Probleme (2 Zaehne bisher). Woran kann das liegen? 2. Da viele Zaehne von zwei Seiten her im Zahnzwischenraum angegriffen sind, schlaegt der Zahnarzt in diesen Faellen eine Milchzahnkrone vor. Soweit wir wissen gibt es keine tiefe karies die an den Nerv herangeht. Anscheinend ist eine doppelte Fuellung aber nicht stabil genug? 3. Aufgrund der Anzahl der zu behandelnden Zaehne will der Zahnarzt die Behandlung unter Vollnarkose durchfuehren. Ist dies die einzige Moeglichkeit fuer eine solche Situation? Wie bedenklich ist eine Vollnarkose fuer Kleinkinder wirklich? Gibt es statistische Studien hierueber? 4. Ein Freund meinte, dass karbonisierter Sprudel (also zuckerfrei) aufgrund von Saeuregehalt fuer Milchzaehne bedenklich sei. Stimmen Sie dem zu? 5. Da der Kariesbefall hauptsaechlich zwischen den Zaehnen erfolgt, sollten die Kinder Zahnseide verwenden? Wir sind sehr verunsichert ueber das Ganze und ueber jeden konstruktiven Rat dankbar.

Patientenfrage

gestellt vor 2 Jahren
letzte Antwort vor 2 Jahren
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Antworten zu Massive Karies bei 3-jaehrigem

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topDentis Cologne - Armin Safavi-nab Angstzahnarzt Köln



vor 2 Jahren

Hallo,

das bei einem 3-jährigen ein so massiver Kariesbefall diagnostiziert wurde ist zwar nicht selten, aber das dieser nur in den Zahnzwischenräumen sein soll ist ungewöhnlich. wurde bei einem 3-jährigen Kind eine Röntgenaufnahme zur Diagnostik von Interdentalkaries angefertigt??
zu 1. es gibt sehr viele Faktoren von denen Kariesbildung abhängt, die Häufigkeit der Nahrungszufuhr und die Pufferkapazität des Speichels und die Speichelmenge sind bestimmt bei beiden untzerschiedlich
zu 2. Milchzahnkronen macht man wenn der Zerstörungsgrad der Zähne so hoch ist das Füllungen als Versorgung nicht ausreichen. Das doppelte Füllungen nicht stabil sind verstehe ich nicht.
zu 3. Vollnarkose vermeiden wo es geht. Kronen bei einem 3-Järigen sind problematisch, aber ein Restrisiko bleibt bei der Vollnarkose.
zu 4. absoluter Blödsinn. Mineralwasser ist das einzige was Kinder bedenkenlos ständig trinken dürfen
zu 5. Ich kann mir nur schwer vorstellen das so etwas technisch machbar ist, ein Kind wird sich dagegen wehren.

Allerdings würde ich nochmals eine 2. Meinung einholen, denn nur Zahnzwischenraumkaries finde ich ist extrem selten in dem Alter.
mfg

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Dr. Dirk Haubold



vor 2 Jahren

Hallo,
ich würde den Befund jetzt nicht anzweifeln, eine Behandlung bei 3jährigen in dem Ausmaß ist sicher sehr schwierig und die Option Narkose sollte man nicht gleich ausschließen. Kronen sind bei mehrflächigen Läsionen haltbarer als Füllungen und die Zahnzwischenräume können Sie natürlich versuchen, mit Zahnseide zu reinigen, die Erwachsenen sollen es ja auch. MfG

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Sandra Müller-Angstzahnärztin-München



vor 2 Jahren

zu den milchzahnkronen: ja, wenn ein zahn von beiden seiten gefüllt werden soll, sind das jeweils oberfläche und die eine seite, also 4 flächen am zahn zu füllen, es ist nicht sinnvoll an milchzähnen eine füllung größer als 2 flächen zu machen.
auch wenn die karies klein erscheint, so haben milchzähne anatomische besonderheiten,d.h. der nerv ist u.U. doch sehr nah an der karies!( oftmals auf dem röntgenbild nicht zu sehen).
was die vollnarkose betrifft, so würde ich, wenn Ihr kind behandelbar ist, lieber 12 mal beim zahnarzt aufschlagen als eine vollnarkosebehandlung wählen. hat der zahnarzt die alternative sedierung/ lachgas angesprochen?
auch der aussage bzgl kohlesäurehaltigem mineralwasser denke ich ähnlich, kohlensäure ist nun mal eine säure... ja auch das schädigt die zähne!
zahnseide ist auch bei kleinstkindern empfehlenswert! es gibt spezielle kinderzahnseide, mit der man als eltern das kind nicht verletzen kann... die zahnseide MUSS aber von den eltern angewendet werden.

auch wenn ich in allen punkten meinem sehr geschätzten kollegen safavi widerspreche. so sind wir uns dennoch einig, dass eine zweite meinung durchaus sinnvoll sein kann...


liebe grüße, sandra müller

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Zahnärzte-Team für Ästhetische Zahnmedizin - Ulrich Waller



vor 2 Jahren

Ich kann mich hier nur anschliessen und würde auch zu einer zweiten meinung raten, insbesondere auch bzgl. der kronen oder füllungstherapie.
mfg

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Burbach



vor 2 Jahren

Auch ich denke, dass es sicher legitim ist, eine 2. Meinung einzuholen. Wie man hier an den Antworten sehen kann, gibt es keine definitiv richtige oder falsche Therapie. Vielmehr hängt die Entscheidung von einer Vielzahl von Faktoren ab, die hier im Forum noch nicht einmal richtig eingeschätzt werden können. Sicher ist es erst einmal erstrebenswert, eine Narkose zu umgehen und und die Zähne bei möglichst wenig Substanzverlust mit Füllungen zu versorgen. Aber was nutzt es dem Kind, wenn ich es nicht schaffe, die Füllungen unter optimalen Bedingungen zu legen, und sie nicht lange halten. Dann riskiere ich wieder einen vorzeitigen Zahnverlust. Die Versorgung sollte ja möglichst bis zum Zahnwechsel (also ca. 7 Jahre) halten. Es hat also alles Vor- und Nachteile.
Deswegen würde ich mich von einem 2. Zahnarzt beraten lassen und den für mich besser erscheinenden Vorschlag annehmen.

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PRAXISKLINIK JUNGFRAUENTHAL Facharzt MKG-Chirurgie Dr. Jür



vor 2 Jahren

Es wäre wichtig zu wissen für die Zukunft, welche Nahrungsmittel und welche Flüssigkeiten (Zuckertee ) Ihr Kind präferiert und wie die Dentalhygiene vorgenommen wird. Besprechen Sie diese Fragen mit Ihrem Kinderzahnarzt.
MfG

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Vielen Dank fuer die informativen Antworten. In der Tat handelt es sich bei meinen frueheren Ausfuehrungen schon um die 2. Meinung. Der erste Kinderzahnarzt hat die gleichen Zaehne behandeln wollen aber auf alle Kinderkronen, sogar die die nur 2 Flaechen zu fuellen haben. Der 2. Zahnarzt war dann etwas diskriminierender indem nur Kronen auf Zaehne kommen sollen, die 4 Flaechen beschaedigt haben. Daher vertraue ich dem 2. Arzt intuitiv eher. Allerdings waren beide Aerzte in Uebereinstimmung dass angesichts des Behandlungsumfanges eine Vollnarkose notwendig sei. Dies ist einer der Punkte, bei der es uns intuitiv ein bischen mulmig wird. Die andere Frage, die sich mir immer noch stellt, da die obigen Antworten sich da auch widersprechen, ist ob Kohlensaeure im Sprudel fuer Milchzaehne bedenklich ist. Das trinkt der Kleine naemlich hauptsaechlich.

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Ergänzung des Patienten

Sandra Müller-Angstzahnärztin-München



vor 2 Jahren

es gibt studien der uniklinik mainz über softdrinks (kohlensäurehaltiges mineralwasser inklusive), die belegt, dass auch die kohlensäure im mineralwasser die zähne angreift! stilles mineralwasser wäre besser!

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Zahnärzte-Team für Ästhetische Zahnmedizin - Ulrich Waller



vor 2 Jahren

... was besonders die milchzähne betrifft, da sie weniger (säure)resistent sind als die bleibenden zähne

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Praxis für Zahngesundheit Gerlach



vor 2 Jahren

Was auch noch nicht in die Diskussion eingebracht wurde, ist die Mitarbeit des Kindes.
Um eine Milchzahnkrone richtig anzufertigen benötigt man ca 15 Minuten Mitarbeit des Kindes. Es gibt Kinder in dem Alter, die das schaffen, aber längst nicht alle.
Dann kommt noch ein anderer Faktor dazu, nämlich Zeit. Angenommen, ein Zahn wird pro Woche repariert (wenn es klappt), dann dauert die Sanierung ca 3 Monate, eventuell Zeit, in der die Karies voranschreitet.
Ich bin kein Fan von Narkosen (biete diese auch nicht in meiner Praxis an), aber manchmal lohnt es sich, darüber nachzudenken.
Ich bin froh, dass ICH die Entscheidung nicht treffen muss...

Viele Grüsse, Ingo Gerlach

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Dr. Dirk Haubold



vor 2 Jahren

Was haben Sie für ein Problem mit den Kronen, die sind doch viel besser als eine Füllung, die mit großer Mühe alles paar jahre oder gar Monate ausgetauscht werden muss. Und ja, ohne Narkose ist es wohl kaum zu schaffen. MfG

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Zahnarztpraxis Dr. Annerose und Matthias Grabner



vor 2 Jahren

bei einem 3-jährigen kind mit sehr vielen behandlungsbedürftigen zähnen ist narkose
durchaus sinnvoll- zumal dann, bei regelmäßiger kontrolle, später vermutlich eher maximal ein zahn zu behandeln ist, als wieder soviel zähne:
regelmäßig fluorlack auftragen ist dann zu empfehlen

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