Starke Schmerzen nach Wurzelbehandlung. HNO-Arzt sagt: "Leichengift. Zähne ziehen lassen"


Diese Frage wurde am 2012-02-08 18:25:08 gestellt und bislang von 3 Zahnärzten beantwortet.

3
Antworten
3
Zahnärzte

Hallo, ich habe habe in den letzten Monaten mehrere Zähne im Oberkiefer von enem Endo-Spezialisten wurzelbehandeln lassen (11, 13, 15, 16, 17 / 12 und 14 fehlen). In den Zähnen waren größtenteils alte und nicht optimale Wurzelfüllungen. Über einem Zahn hatte sich eine große Zyste gebildet. Sowieso habe ich seit 15 Jahren im Oberkiefer immer wieder mit Zysten zu kämpfen, die dann mit einer WSR rausgeholt wurden. Mit der teuren Behandlung der letzten Monate wollte ich endlich Ruhe in die ganze Geschichte bringen. Die ersten Behandlungen liefen reibungslos. Nach dem letzten Termin vor vier Wochen ging es dann aber los: Tierische Schmerzen, die über die gesamte Gesichtshälfte gingen. Nach einer Woche und täglich 2-3 Schmerztabletten ging ich zu dem Spezialisten und meinem Zahnarzt. Kein Zahn reagierte auf Klopfen oder Druck. Beide Ärzte vermuteten eine Nebenhöhlenentzündung (habe ich seit Jahren mehr oder weniger chronisch). Daraufhin habe ich 2 Wochen lang inhaliert und Kamillentee getrunken wie ein Weltmeister. Aus der Nase kam nix. Nach zwei Wochen ging ich zu einem HNO-Arzt, der neben der klassischen Medizin auch mit Elektroakupunktur arbeitet. Ultraschall ergab: Nebenhöhlen sind quasi komplett frei. Er ließ ein DVT machen. Ergebnis: Tatsächlich keine Beschwerden in den Nebenhöhlen. Zähne sind aber auch unauffällig. Bis auf eine Zyste über dem 17, von der ich aber schon seit Monaten weiß, und eine kleine Entzündung über dem 13. Trotzdem ließen die Schmerzen nicht nach. Er gab mir Antibiotika. Nach einer Woche: Keine Veränderung. Starke Schmerzen, 2-3 Schmerztabletten am Tag. Wieder zum HNO. Er machte Elektroakupunktur an allen behandelten Zähnen und stellte fest, dass der 13 und 15 raus müssen, weil sie "Leichengift" produzieren. Außerdem sei die Wurzelbehandlungen am 17 nicht optimal. Außerdem stellte er fest, dass meine Mandeln völlig im Arsch seien und auch raus müssten. Die Gifte der Wurzelbehandlungen in den letzten Jahren hätten die Mandeln total überfordert und zerschlissen. Tjaaa....was soll ich nun tun. Ehrlich gesagt bin ich gegenüber dieser Elektroakupunktur- und Leichengift-Geschichte seeehr skeptisch. Dazu kommt, dass ich bei Herausnahme der beiden Zähne eine Riesenlücke hätte (12, 13, 14, 15) und mich frage, wie so eine Brücke (11-17) halten soll. Auf der anderen Seite habe ich tatsächlich seit Jahren dauerhaft entzündete Mandeln, mindestens 4x im Jahr Sinusitis, fühle mich ständig schlapp und kraftlos und habe jetzt auch noch diese entsetzlichen Schmerzen obwohl alle bildgebenden Verfahren sagen: "Da ist quasi nix". Ich bin hin- und hergerissen. Natürlich würde ich mir wünschen, dass endlich alle Probleme aufhören (also bloß weg mit den ganzen nervigen Zähnen), auf der anderen Seite habe ich Angst, mir mein Gebiss zu verstümmeln - ohne, dass irgendwas besser wird. Die Meinungen hier im Forum zu dem Fall würden mich sehr interessieren.

Patientenfrage

Frage aus Zahnarzt Community München

gestellt vor 3 Monaten
letzte Antwort vor 3 Monaten
gelesen 310 mal

Antworten zu Starke Schmerzen nach Wurzelbehandlung. HNO-Arzt sagt: "Leichengift. Zähne ziehen lassen"

Sortierung: chronologisch - neue Antworten zuerst

Zahnarzt Praxis >> Guido Schwalm



vor 3 Monaten

hno-ärzte sind keine zahnärzte , elektro-akupunktur halte ich für humbug , im rahmen einer revision kann es immer mal zu einem flare-up kommen , die zyste muß raus , wenn es eine radikuläre zyste ist wird sie durch die wkb nicht abheilen , wenn es eine sogenannte taschenzyste ist , besteht eine gewisse chance, sind die zähne bereits erneut wurzelgefüllt ? unter umständen wurde zu früh abgefüllt , m.f.g. zahnarzt guido schwalm , marburg , www.endo-schwalm.de , p.s. - viel erfolg

auf diese Antwort Bezug nehmen

Dr. Rainer Ostermaier, TTS Implantologie, Kieferorthopädie



vor 3 Monaten

Hallo,

ich versuche es in aller Kürze:

- Brücke von 1 auf 7 funktioniert nicht, entweder herausnehmbare Prothese oder ggf. Implantatversorgung

- Ich vermute schon, dass Ihre Beschwerden dentogenen Ursprungs sind. Endodontologen haben enorme Erfolgsquoten, aber ein paar Prozent Restrisiko bleiben.

Ich würde in Absprache mit dem Endodontologen über das Schicksal der Zähne entscheiden und mit dem HNO die Mandeln besprechen.

Mit freundlichen Grüßen aus Bad Griesbach

auf diese Antwort Bezug nehmen

Zahnärzte-Team für Ästhetische Zahnmedizin, Ulrich Waller und Elisabeth M. Sommer - Angstzahnärzt



vor 3 Monaten

hallo,

verständlihcerweise ist so ein komplexer fall nicht per ferndiagnose zu handeln.

ein paar anmerkungen trotzdem:

diagnostische akupunktur (auch elektroakupunktur) aus kompetenter hand kann eine gute sache sein, bedarf aber eines enormen ausbildungsgrades und brutal langer erfahrung und auch einer gewissen berufung (nicht jeder kann gute akupunktur erlernen).
was sicher nicht richtig ist (anatomisch gar nicht möglich!), dass irgendein ´leichengift´(wo ist das verwesende etwas???) oder sonst was von wurzelbehandelten zähnen (ohne natürlichen ausgang, z.b. fistel!) aus dem knochen via zahnfleisch in die mundhöhle gerät und dann auf die mandel überschlägt (> für mich, sorry, totaler schmarrn).

dass die mandeln, davon unabhängig, evt.ll entfernt werden müssen, könnte ja sein, aber auch dazu würde ich immer eine zweite meinung einholen.

wegen der schmerzen würde ich mich nochmal mit dem endodontologen beratschlagen. fakt ist ja scheinbar doch, dass die schmerzen nach der behandlung eines bestimmten zahnes angefangen haben und wenn die schmerzen diese region betreffen, könnte doch der ursachenherd ggf. schon mal eingekreist werden.

alles gute aus münchen!
mit freundlichen grüssen
ulrich waller

auf diese Antwort Bezug nehmen
Punkte: 15974

Empfehlungen: 174
Antworten: 7449
Ausführliches Empfehlungsprofil anzeigen
Kontakt - Nachricht senden