Zahnextraktion bei Paradontitis

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Zahnarzt

Hallo liebe Zahnärzte/innen, ich besitze seit längerem Probleme mit Parodontitis. Mir war anfangs aufgefallen, dass sich ein Schneidezahn lockerte, welcher inzwischen auch schon entfernt wurde. Bei der Röntgenaufnahme fiel der Zahnärztin auf, dass besonders der obere Frontzahnbereich sehr loseist und kaum noch im Kieferknochen sitzt und die Zahntaschen sehr tief seien. Dies gab sie auch für andere Zähne im Oberkiefer an. Sie hielt nur noch 4 Zähne für rettungswürdig. Ich persönlich empfinde jedoch, dass die anderen Zähne gar nicht locker sind. Ich vereinbarte mit der Zahnärztin erstmal eine Möglichkeit des Versuches, die Zähne zu retten. Ich ließ zweimal eine professionelle Zahnreinigung durchführen, im Abstand von 2 Wochen, wobei die erste mit einer 1 wöchigen Antibiotikatherapie statt fand. Nach der zweiten Reinigung begutachtete die Ärztin das Ergebnis und meinte, dass sich das Zahnfleisch wieder extrem gut erholt hat und angelegt hat. Sie beschrieb den Grad der Parodontose jetzt mit 2 anstatt vorher 4/5. Sie will nun jedoch keine Paradontitisbehandlung durchführen, da sie sagt, dass vorher etroffene Zähne gezogen werden müssten und beruft sich dabei auf Leit-/Richtlinien. Mir geht es jedoch um möglichst viel zahnerhalt und kann die Indikation der Zahnextraktion absolut nicht nachvollziehen. Die Ärztin kann mir auch keinen wirklichen Kostenvoranschlag für die Versorgung nach der Extraktion vorlegen, weil sie meint, dass sie erst sehen müsse, wie es sich unter der Paradontitistherapie entwickelt. Das ich mir dir lockeren Schneidezähne ziehen lassen würde, sehe ich noch ein. Jedoch würde ich gerne eine lose Prothese möglichst umgehen und eben auch so wenig Zähne wie nötig ziehen lassen. Gibt es also wirklich die Begründung das vor der Behandlung Zähne gezogen werden müssen? Welche Möglichkeit des eventuellen Zahnersatzes kann man noch in Erwähung ziehen, die möglichst auch größtenteils von der GKV gedeckt sind? Gibt es die Chance einer Brückenversorgung im Schneidezahnbereich? Ich bin für jeden Ratschlag dankbar! Viele Grüße Tini

Patientenfrage

Frage aus Zahnarzt Community Neubrandenburg

gestellt vor 4 Monaten
letzte Antwort vor 4 Monaten
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Antworten zu Zahnextraktion bei Paradontitis

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Dr. Dirk Haubold



vor 4 Monaten

Hallo,
die Kassenrichtlinien sehen eine wirtschaftliche Behandlungsweise vor, ist die Parodontitsbehandlung nur ein Versuch mit wenig Erfolgsaussichten, dann sollten die betreffenden Zähne vorher entfernt werden oder aber Sie lassen alles privat behandeln. Über einen endgültigen Zahnersatz kann man erst nach der PA-Behandlung reden. MfG

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Zahnarzt Holger Christmann



vor 4 Monaten

Hallo Tini,

natürlich wird Ihnen gegen Ihren Willen nicht ein einziger Zahn gezogen! Eine Behandlung gegen die Überzeugung des Zahnarztes werden Sie aber auch nicht erhalten. Und die GKV-Richtlinien greifen natürlich dann, wenn die Kosten von der GKV (anteilig) übernommen werden sollen! Alles andere sind sogenannte Verlangens-Leistungen, die Sie komplett privat bezahlen müssen. Aber auch diese werden Sie nur dann erhalten, wenn sie der Arzt für vertretbar hält.

Ich finde es sehr sinnvoll (und richtlinienkonform!), wenn zunächst nur eine provisorische - also herausnehmbare und damit erweiterungsfähige - Versorgung durchgeführt wird. Die endgültige Planung kann erst nach - hoffentlich erfolgreichem - Abschluss der PAR-Therapie erfolgen.

Schöne Grüße

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Dr. Rainer Ostermaier, TTS Implantologie, Kieferorthopädie



vor 4 Monaten

Hallo,
kurz zusammengefasst: Bei 4 (oder evtl. ein paar mehr) erhaltungswürdigen Zähnen bleibt im Rahmen der GKV nur die Möglichkeit einer (wie auch immer geartete) herausnehmbaren Prothese. Moderne, implantatgestützte Versorgungen sind weitgehend Privatleistung.
Dass ein konkreter Kostenvoranschlag derzeit nicht möglich ist, kann ich gut nachvollziehen: Es gibt einfach zuviele Varianten, und 23 konkrete Pläne zu schreiben macht auch wenig Sinn. Eine grobe Voreinschätzung sollte allerdings möglich sein.

Offensichtlich leiden Sie unter fortgeschrittener Parodontitis. Über die individuelle Prognose einzelner Zähne kann ich hier nur mutmaßen: Sie sollten sich hier entweder Ihrer Zahnärztin anvertrauen oder bei größeren Zweifeln eine Zweitmeinung einholen.

Alles Gute aus Bad Griesbach!

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Dr. Alexander Zill



vor 4 Monaten

Hallöle,

bisher kann ich nicht erkennen, daß ernsthafte Versuche gemacht wurden, gegen die Parodontose zu kämpfen.

Ich rate dazu, nicht nur gründliche Zahnreinigungen machen zu lassen, sondern ggf. mit einem oder zwei Antibiotica gegen die Parodotnose vorzugehen. Ggf. ist auch eine keimtestung sinnvoll, hier scheiden sich die Geister.

Sie müssen aber wissen: Die Therapie nach Kassenreichtlinien ist veraltet und kontraproduktiv. Allerdings sind die Kosten fü+r die keimtestung und die ggf. mehrmals nötige Prophylaxe und Reinigung moderat und danach erst ist es möglich, mit IHNEN ZUSAMMEN einen Plan zu erstellen,

. welche Zähne wie lange zu erhalten sind
- ob und wenn in welchem Umfang Zähne mit Zahnersatz versorgt werden sollten oder könnten
- in welchen Einzelschritten vorgegangen wird.

Die Kranken Kassen haben da Gott sei Dank kein Mitspracherecht....

Grüße

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Vielen lieben Dank für die schnellen und vielen Antworten. Für mich ist jetzt leider noch nicht klar, ob vor einer Parodontitisbehandlung zwingend Zähne gezogen werden müssen, damit sie überhaupt Sinn macht? Die beiden privat bezahlten Zahnreinigungen waren auch nach Angabe der Ärztin ein voller Erfolg. Sie meinte jetzt eben, das die GKV die Paradontitisbehandlung nur zahlt, wenn die jeweiligen Zähne zu retten seien. Jedoch verspreche ich mir eben durch die Paradontitisbehandlung vielleicht doch mehr Zähne zu retten als die "vorrausgesagten" 4, weil sich das Zahnfleisch sichtlich und der Halt empfunden doch gebessert hat. Viele Grüße Tini

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Ergänzung des Patienten

Dr. Alexander Zill



vor 4 Monaten

Hallöle,

lassen Sie uns eines klar festlegen: Parodotnosebehandlung nach einigermaßen aktuellen ERkenntnissen ist keine Kassenbehandlung. Sie sieht wie folgt aus:

1. Gründliche Reinigung und Desinfektion, Hygieneinstruktionen, ggf. Keintestung (alles privat, je nach Maßgabe des behandelnden Arztes, die Keimbestimmung ist überhaupt keine Kassenleistung, die Reinigung subgingival ohne vorherige und in meinen Augen nutzlose Taschenmessung und Planerstellung ebenfalls)
2. Ggf. Antibiotica nach erneuter Reinigung mit Ultraschall - ebenfalls Privatleistung
3. Nach weiteren vier Wochen Reevaluation und Planung - hier könnte ggf. die Planerstellung über die Kasse abgerechnet werden
4. ggf. Chirurgie, hier zahlt die Kranke Kasse die Kürrettage, also die Wurzelglättung. Nahtmaterial privat, da die Kasse nur Seide und kein modernes Nahtmaterial bezahlt.
5. ggf. Knochenaufbau/Taschenaufbau - rein privat
6. Erhaltung und PZR in regelmäßigem Abstand - rein privat

Wozu zur Hölle brauchen wir eigentlich die Kranken Kassen???

Grüße

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