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Zahnarzt
Hallo, mein Sohn (7) hat vor ein paar Wochen seine hinteren Backenzähne bekommen und die sollen versiegelt werden. Nun hat er aber solche "weißen Stellen" in der Mitte der Kauflächen und diese müssen lt. Zahnarzt erst mit dem Bohrer entfernt werden bevor man versiegeln kann. Nun meine Frage: woher kommen diese "weißen Stellen"? Und ist das bereits eine beginnende Karies? lt. Zahnarzthelferin sind diese weißen Flecken bereits im Mutterleib "entstanden", da ist man ja dann machtlos gegen auch wenn man die Zähne noch so sehr pflegt...!? und gibt es eine andere Möglichkeit als Bohren?? Wenn ja wo? :) Vielen Dank für eine schnelle Antwort!
Patientenfrage
Frage aus Zahnarzt Community Hümme
gestellt vor 4 Monaten
letzte Antwort vor 4 Monaten
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- Zahnversiegelung
Antworten zu Versiegelung Backenzähne, "weiße Stellen"
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Sandra Müller-Angstzahnärztin-München
hallo!
die ursache der weißen stellen können wir hier leider nicht herausfinden, nur ist die diagnosestellung immer noch zahnARZTsache und nicht die aufgabe einer zahnarzthelferin.
ob es sich um genetisch bedingte mineralisationsstörungen handelt oder um beginnende entkalkungen( vorstufe der karies), können wir hier nicht feststellen!
handelt es sich um eine mindermineralisierung des zahnschmelzes (MIH molaren-incisiven-hypomineralisation) dann sollte, sofern die oberflächen intakt ist und nur weißlich erscheint, auf keinen fall!!! mit dem bohrer manipuliert werden und auch keine versiegelung vorgenommen werden. handelt es sich um eine beginnende karies, dann ist die vorgehensweise adäquat. bitte besprechen Sie sich nochmals mit dem behandler, bevor etwas unternommen wird.
eine MIH müsste entmaschig kontrolliert werden, da der zahnschmelz nicht ausreichend hart ist und u.U. immer wieder schmelzkristalle herausbrechen. die struktur ist geschwächt, sodaß auch keine versiegelung vernünftig hält ( nur mikroskopisch sichtbar!), undicht wird, und damit den bakterien tür und tor öffent um eine karies zu fördern.
ist es eine beginnende karies, dann sollten sie die mundhygiene und ernährungsgewohnheiten überprüfen.
alles gute!
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erstmal danke für die antwort. bisher hatten noch nie probleme mit karies, im gegenteil, er wurde immer für seine guten zähne gelobt, auch klappt das zähneputzen gut und regelmäßig. d.h. wenn ich das jetzt richtig verstanden habe und es sich um MIH handelt (was nochmal vom zahnarzt zu überprüfen wäre) ist eine versiegelung nicht sinnvoll oder?
auf diese Rückfrage antwortenSandra Müller-Angstzahnärztin-München
absolut richtig!
ein gutes indiz für das vorliegen einer MIH ist, dass diese flecken ausschließlich an den 6 jahres molaren und evtl. an den frontschneidezähnen in unterschiedlichsten ausprägungen vorliegt.
wenn bisher keine karies vorhanden war, auch nicht im milchgebiß, dann ist die vermutung einer beginnenden karies überhaupt nicht naheliegend!
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ja die flecken sind ausschließlich an den 6 jahres molaren, an den frontzähnen nicht! was kann man gegen diese MIH tun? auch um evtl. zu erreichen dass die zähne doch noch versiegelt werden können oder ist das bei MIH nie sinnvoll? und wenn ich sie richtig verstanden habe sollte das "weiße" (sofern es sich um MIH handelt) auch auf keinen fall weggebohrt werden oder? es war auch war die rede von einer "erweiterten versiegelung" was ist das denn??
auf diese Rückfrage antwortenSandra Müller-Angstzahnärztin-München
prävention, engmaschige kontrollen UND intensivfluoridierungen sind sinnvoller als das versiegeln eines kariesfreien bleibenden zahnes, egal ob mit oder ohne mineralisationsstörung. ich möchte das konzept des kollegen nicht madig machen, aber ich halte das versiegeln eines kariesfreien zahnes bei guter mundhygiene nicht nur für überflüssig, sondern für eine grenzwertig zu diskutierende körperverletzung. sicherlich gehen die meinungen da deutlich auseinander, aber warum sollte ich einen blütenweißen, kariesfreien zahn kaputtmachen um ihn dann vor äußeren einflüssen zu schützen, die ja bisher, und Sie scheinen drauf zu achten, nichts angerichtet haben?
erweiterte fissurenversiegelung bedeutet, dass man nicht nur die fissur anätzt und versieglungskunststoff einfliessen lässt, sondern, dass man bestimmte bereiche( in dem fall die weißen flecken) wegbohrt.
an mindermineralisierten zähnen mit intakter oberfläche sollte kein invasiver eingriff vorgenommen werden, denn kunststoffe, egal ob füllung oder versiegelung haften sehr unzureichend am mindermineralisierten zahnschmelz.ist die haftung minderwertig, wird die versieglung/ füllung porös und brüchig und damit setzt man den schaden, den man dann erst sieht, wenn ein kariesinduziertes loch im zahn ist. das ist nicht meine auffassung von zahnHEILkunde.
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ok, ich kann das sehr nachvollziehen was sie schreiben. danke. nun noch meine letzten fragen: also sollte man grundsätzlich bei allen zähnen auf eine versiegelung verzichten? oder nur grundsätzlich bei den zähnen mit mineralisationsstörungen? und können sie mir einen Kinder- und/oder angstzahnarzt in oder um kassel empfehlen der ebenfalls ihre (oder zumindest eine ähnliche) auffassung vertritt?? :)
auf diese Rückfrage antwortenSandra Müller-Angstzahnärztin-München
nein, grundsätzlich kann man das nicht sagen, bei der MIH sollte man drauf verzichten!
ob eine versiegelung notwendig ist oder nicht, ist immer abhängig von mundhygiene, ernährungsgewohnheiten, INDIVIDUELLEM kariesrisiko, anatomischen besonderheiten usw.
in kassel kenne ich niemanden, aber in marburg, das ist ja nicht soooo ewig weit. dr. guido schwalm, schauen sie mal hier auf der seite auf sein profil. da wird anständige zahnheilkunde praktiziert!
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Zahnärzte-Team für Ästhetische Zahnmedizin, Ulrich Waller und Elisabeth M. Sommer - Angstzahnärzt
> möchte an dieser stelle meinen hohen respekt für die super ausführlichen und auch für jeden laien absolut verständlichen erläuterungen meiner sehr geschätzten kollegin sandra müller zum ausdruck bringen...
super klasse!
sandra, danke ;-)
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Zahnarzt Holger Christmann
High Five, Sandra! (Macht man das überhaupt mit Frauen ?) Na, dann zusätzlich auf Hochdeutsch: toller Beitrag, großes Lob! Besser geht's nicht!
Meine grundsätzliche Auffassung: nicht ALLES versiegeln, was einem vor die Polymerisationslampe läuft! Und KEIN Bakterium zerstört (gesunde) Zahnsubstanz so schnell wie der zahnärztliche Bohrer!
my two cents
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sehr sehr schade dass ihre praxis leider 500 km weit entfernt ist!! ;) vielen vielen dank!
auf diese Rückfrage antwortenZahnarzt Praxis >> Guido Schwalm
o.k. sandra , habe es gecheckt , danke für die empfehlung , hatte die frage nicht gesehen , ich habe schon tausende von miesen , karies - unterminierten versiegelungen gesehen, wenn wir versiegeln , dann nur mit : ultra-seal , von ultradent , glatt wie ein kinder-po-po, und ernsthaft glatter , wie der natürliche zahn, hält bis zu 7 jahre , wenn s ordentlich gemacht wird , ist es für mich , keine körper-verletzung - never ,wer nicht gebohrt haben will > hochwertige fluoridierung mit fluor-protektor ,ggf. : fluoridierungs-schiene , ggf. : bio-cair , oder tooth moose und engmaschige kontrolle , wie bereits von dir ausgeführt , großes lob , ob deines engagements und deiner fachlichen versiertheit , gruß nach münchen , guido
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Zahnarzt Praxis >> Guido Schwalm
den fachlich sehr detaillierten und absolut korrekten ausführungen , der kolleginn , dr. sandra müller , würde ich vielleicht noch hinzufügen, daß : die entscheidung ob , nonivasiv oder minimalinvasiv vorgegangen werden sollte , auch noch zusätzlich von der individuellen karies_risiko-exposition ihres kindes ( diese könnte im vorfeld durch einen karies-risiko-test eruiert werden ) , dem ernährungs - und putzverhalten ihres kindes abhängt
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so heute haben wir die Zähne nun noch einmal durch die zahnärztin überprüfen lassen (letzes mal hat ja nur die helferin geschaut) und es scheint sich wirklich um beginnende karies zu handeln!! :( es wurde eine lasermessung durchgeführt und aufgrund des wertes eine bohrung mit anschließender versiegelung empfohlen. ich war ganz erschrocken da ich nicht damit gerechnet habe, da wir bisher ja immer gelobt wurden und auch noch nie probleme mit karies hatten und die 6er ja auch grade erst durchgekommen sind und jetzt sollen sie schon "krank" sein!?!? aber die zahnärztin meinte, dass es bei diesen zähnen manchmal vorkommt, dass sie bereits VOR dem durchbruch schon kariös sind sodass man auch durch intensives putzen keine chance hat... ich mache mir natürlich vorwürfe weil ich eigentlich immer sehr auf die mundhygiene meines kindes achte und dann sowas... :( angeblich sollen sehr viele kinder davon betroffen sein, stimmt das??
auf diese Rückfrage antwortenZahnarzt Holger Christmann
Hallo,
es könnte sich bei Ihrem Sohn tatsächlich um die von Kollegin Müller bereits beschriebene MIH zu handeln, dann haben Sie nichts falsch gemacht! Leider ist diese Erscheinung erst seit etwa 10 Jahren als eigenständiges Krankheitsbild beschrieben, und es gibt folglich noch keine Studien über Maßnahmen, die auch langfristig erfolgreich sein. Deshalb, wenn die Verdachts-Diagnose stimmt, ist bei jeglicher Bohraktion größtmögliche Zurückhaltung angesagt! Leider sind solche Zähne auch noch häufig sehr schmerzempfindlich, was eine zielführende Behandlung sowie das optimale Zähneputzen zusätzlich erschwert.
Sollte es aber eine stinknormale beginnende Kauflächenkaries sein, ist das von der Kollegin geplante Vorgehen das einzig Richtige.
Schöne Grüße
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lt. aussage der zahnärztin handelt es sich NICHT um MIH sondern um beginnende karies, was sich ja angeblich u.a. auch durch diese lasermessung bestätigt hat. ist diese messung per laser bekannt und üblich? und kann ein zahn wirklich schon vor dem durchbruch kariös sein, dann ist man ja praktisch machtlos! gibt es eine alternative zum bohren?
auf diese Rückfrage antwortenZahn Fragen & Antworten
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