Cranio Mandibuläre Dysfunktion (CMD) - Zahnarzt-Tipps & Antworten

Lexikon « Wissenswertes über Cranio Mandibuläre Dysfunktion (CMD)

Mundgesundheit und funktionelle Erkrankungen

Das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) hat 2001 die Zahngesundheit bzw. die orale Lebensqualität der Deutschen gemessen. Anhand des international anerkannten Erhebungsinstruments Oral Health Impact Profile (OHIP) stellte es fest, dass bei den deutschen Bürgern schlechte Mundgesundheit verbreitet und ihre Lebensqualität deutlich einschränkt ist.

So gaben von 2.050 Probanden zwischen 13 % und 46 % orale Probleme an. Trugen die Befragten herausnehmbaren Zahnersatz, äußerte über die Hälfte, dass der „Zahnersatz schlecht sitzt“ oder „drückt“. Die häufigsten Probleme fanden sich im Umfeld von „funktionellen Einschränkungen“ oder „Schmerzen“ im Mundbereich.

Beispielhaft sei hier der Punkt „Schwierigkeiten beim Kauen“ genannt, eine der zentralen Funktionen des orofazialen Systems. Schon in der Altersgruppe 16 bis 40 Jahre bejahten 7% dies als Schwierigkeit. Im Alter zwischen 61 und 79 Jahren beklagten es bereits 31%.

Hier spielt die funktionelle Erkrankung des Kausystems, in der Fachwelt Cranio Mandibuläre Dysfunktion (CMD) genannt, eine zentrale Rolle. Sie umfasst das gestörte Zusammenspiel von Oberkiefer (lat. „Cranium“, dt. Schädel) und Unterkiefer (lat. „Mandibula“). Das kann zahlreiche, auch chronische Symptome im Bereich von Kopf, Schultern und Rücken zur Folge haben, die man oft mit hohem therapeutischen und finanziellen Aufwand behandelt.

Wie weit die Problematik reicht, veranschaulichen folgende Zahlen verschiedener Studien der letzten Jahre. Diese Ergebnisse ähneln denen vergleichbarer Studien im europäischen Raum:

4,7 mio Bürger leiden an Spannungskopfschmerz.

28,7 mio Bürger leiden an Nacken-, Rücken- und Schulterschmerzen und

8,3 mio Bürger an Migräne.

3,7 mio Bürger leiden an Tinnitus, jährlich kommen ca. 350.000 hinzu.

3,2 mio leiden an Schwindel,

230.000 mit schwersten Schmerzattacken im Gesicht.

18,9 mio Betroffene knirschen oder pressen nachts mit den Zähnen und zerstören so ihre Zahnsubstanz.

Oft begegnet man diesen Schmerzen mit rein symptomatisch ansetzenden Therapien und Medikamenten. Eine Funktionstherapie hingegen kann die pathologische Situation ursächlich auflösen und so Heilung in Gang bringen.


Die DROS®-Therapie

In der Funktionstherapie kennt man Aufbissschienen bereits. Doch nur die DROS®-Therapie mit ihrer diagnostischen wie therapeutischen Schiene bietet eine komplette Lösung:

  1. Die DROS®-Schiene hebt die problematischen Frühkontakte im Biss auf, die die schwerwiegenden CMD-Symptome verursachen können.
  2. Sie erreicht durch ihr biomechanisches Prinzip die individuelle physiologische Kieferposition und löst so pathologische Situationen auf.
  3. Das standardisierte Verfahren der DROS®-Therapie in sieben Stufen gibt dem Zahnarzt Orientierung während des Therapieverlaufs. Was sich sonst über viele Monate oder bis zu mehreren Jahren hinzieht, ist jetzt in meist sieben bis acht Wochen therapierbar.
  4. Das standardisierte Verfahren mit klaren Abrechnungspositionen gibt den Kassen verlässliche Anhaltspunkte. Die Kosten betragen rund 2.900 Euro.

Das Preisniveau des gesamten Therapiekonzepts liegt über dem einer bloßen Aufbiss-schiene. Was sind die Gründe? Um das Therapieziel zu erreichen, sind aufwändige Arbeits-schritte in Praxis und Labor wichtiger Bestandteil. Dazu zählt

  1. die Befunderhebung zu Beginn und als Zwischenkontrolle
  2. die anatomische Abformung von Ober- und Unterkiefer
  3. das Registrieren von Unterkiefer bzw. Unterkieferbewegungen zu Beginn, bei Kontrollterminen und zum Abschluss (Kiefergelenkvermessung)
  4. die Herstellung der zweiphasigen Oberkiefer-Aufbissschiene
  5. die Eingliederung und Kontrolle der Aufbissschiene

Die Zahnarztkosten hierfür entsprechen den Positionen der GOZ, die Laborkosten denen der BEB, wie von der GZFA auf ihrem Internetportal veröffentlicht. Kooperierende Versicherer und vor allem Patienten schätzen den nachhaltigen Nutzen mit kostensparenden Effekten.

Zur erfolgreichen Entwicklung gehört:

  1. Forschung Dissertation mit Pilotstudie zur DROS®-Therapie unter Prof. Plitz (LMU, Biomechanik), vier weitere sind in Arbeit: Dr. Claudia Michl: „Untersuchung zur diagnostischen Aussagekraft eines Patientenfragebogens als Entscheidungshilfe für den Zahnarzt bei Cranio Mandibulärer Dysfunktion“, München, 2009
  2. Kostenerstattung von Versicherungsseite Privatversicherer öffnen sich für weit reichende Vereinbarungen: „Wir haben ein Jahr lang Therapieerfolge, Kostendarstellung und Kosteneffekte geprüft und sind von dem diagnostisch-ursächlichen Therapiekonzept der GZFA überzeugt“, sagt Axel Kampmann, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Beamtenkrankenkasse (12/2008).

Rechtsprechung Die DROS®-Therapie ist vor Gericht als Heilmethode anerkannt worden. Mehrere Sachverständigengutachten haben den Ansatz bestätigt, funktionstherapeutische Überlegungen bei jeder restaurativen Versorgung mit einzubeziehen. Landgericht Köln (AZ 23 O 253/07), Amtsgericht München (AZ 121 C 22398/06)



Autor:

GZFA GmbH
Gollierstraße 70 D/IV
D-80339 München
Fon: +49. 89. 127 647-33
Fax: +49. 89. 502 90 92


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CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion)

Ein Fachartikel von Praxis Seuser aus Bonn


Stressmanagement, CMD und interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Stress ist eine Erscheinung unserer schnelllebigen Zeit und entsteht häufig bei Menschen, die unter Druck und Belastung leiden.
Laut WHO gilt Stress als eine der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts. Demnach sind 80 % aller Erkrankungen stressbedingt.
Redensarten wie „sich durchbeißen“ oder „etwas zähneknirschend hinnehmen“ zeigen den engen Zusammenhang von Stress und Kausystem auf. Die anatomischen Strukturen wie Muskulatur, Kiefergelenke und die Zähne können bei hoher Stressbelastung in starkem Maße involviert sein.
Knirschen und Pressen – also die verstärkte Aktivität unserer Kaumuskulatur in der Nacht wirkt sich direkt auf Stresszentren im Gehirn aus und reduziert die Ausschüttung von Stresshormonen. Damit ist die Aktivität der Kaumuskulatur förderlich für den aktiven Abbau von Stress.
Wenn aber z.B. ein falscher Biss zu Funktionsstörungen im Kausystem geführt hat, kann dies seinerseits massive Krankheitsbilder erzeugen die wir unter dem Fachbegriff CMD ( Craniomandibuläre Dysfunktion) zusammenfassen.
CMD Beschwerden können sich als Knacken und Reiben der Kiefergelenke, Verspannungen und Schmerzen der Kaumuskulatur, Gelenke und Zähne manifestieren. Es können Ohrgeräusche und Schwindelgefühle entstehen.

Da Kopf-, Hals– und Kaumuskulatur mit der Wirbelsäule verbunden sind, wirken sich die Folgen auf den ganzen Körper aus. Bei chronischen und migräneartigen Kopfschmerzen ist oft eine Fehlfunktion der Kiefer mit beteiligt.
Nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Zahn –, Mund und Kieferheilkunde (DGZMK) zeigen 70 % der Bevölkerung Symptome einer CMD.

Ein komplexes Krankheitsbild wie das der CMD verlangt eine intensive Diagnostik. Dazu gehört u.a. auch ein Fragebogen, der die Stressbelastung des Patienten einschätzen lässt.
Neben manuellen und klinischen Untersuchungen kommen auch computergestützte Bewegungsanalysen der Kiefergelenke, sowie Vermessungen von speziellen Röntgenbildern (Fernröntgenanalyse) zum Einsatz. Dies ermöglicht einen externen Bewegungssimulator auf die individuellen Werte des Patienten zu programmieren.
Als erster Schritt in der Therapie kann z. B. ein funktionstherapeutisches Gerät in Form einer Schiene angefertigt werden, mit der die korrigierte Bisssituation simuliert wird.
Dabei ist es enorm wichtig die primären Ursachen der Schmerzen zu ermitteln. Dazu stehen wir in engem Dialog mit Spezialisten anderer medizinischer Disziplinen.

Da 80 % der Erkrankungen stressbedingt sind zeigt dies, dass eine Ursache sehr unterschiedliche Auswirkungen im menschlichen Körper hervorrufen kann. Nicht selten sind mehrere Systeme des Körpers betroffen. Schmerzgeschehen und Ursachenketten halten sich nicht an die Grenzen der medizinischen Fachbereiche. Andere Disziplinen wie Schmerztherapie, Allgemein und Innere Medizin, HNO, Orthopädie, Neurologie, Psychologie, Physiotherapie und Osteopathie sind in der Diagnose und Therapie der CMD unerlässlich. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit verbessert die Effektivität der Behandlung.
Es ist sicher auch stressmindernd, wenn wir unseren Patienten eine koordinierte Abstimmung der Maßnahmen anbieten können.

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