Welche Röntgenaufnahmen gibt es beim Zahnarzt?
Es gibt in der zahnärztlich Praxis verschiedene Aufnahmen zu verschiedenen Indikationen.
Die Bissflügelaufnahme
„Bei Ihnen sollen noch Bissflügelaufnahmen gemacht werden“. Diesen Satz haben Sie vielleicht schon mal gehört oder werden ihn noch hören. Röntgenaufnahmen in der Bissflügeltechnik sind nichts Kompliziertes. Bei der Bissflügelaufnahme wird ein kleiner Röntgenfilm verwendet, der mit einem Flügel versehen ist, auf den der Patient aufbeißt. Dadurch wird ermöglicht, dass gleichzeitig der Kronenbereich sowohl der Ober- als auch der Unterkieferseitenzähne auf einer Aufnahme dargestellt sind. Es gelingt in dieser Technik auch zumeist, dass die Zähne abgebildet sind ohne sich gegenseitig auf dem Bild zu überlagern.
Wozu dienen Bissflügelaufnahmen ?
1.Der Hauptgrund für die Anfertigung von Bissflügelaufnahmen ist das Erkennen von versteckter Karies. Im Zwischenbereich der Zähne sowie unter Füllungen sind kariöse Defekte häufig allein durch visuelle Inspektion bei der Kontrolle nicht erkennbar. Dies liegt hauptsächlich daran, dass sich Karies im Zahnschmelz sehr langsam ausbreitet und nur einen sehr kleinen Tunnel bildet, der gerade im Kontaktbereich der Zähne nicht sichtbar ist. Hat dann der kariöse Prozess erst einmal das wesentlich weichere Dentin erreicht, breitet er sich wesentlich schneller aus und höhlt den Zahn von innen aus. Auf den Bissflügelaufnahmen kann man die Karies in der Regel schon erkennen solange sie noch im Schmelz ist.
2.Darüber hinaus erhält man noch weitere diagnostische Hinweise. So geben die Bissflügelaufnahmen einen Überblick über die parodontale Situation, d. h. ob eine allgemeine Rückbildung des Zahnhalteapparates oder einzelne Knochentaschen vorhanden sind. Bei entsprechendem Befund kann dann die röntgenologische Diagnostik noch um zusätzliche Aufnahmen erweitert werden.
3.Auch überstehende Kronen- oder Füllungsränder, Konkremente (harter Zahnstein unter dem Zahnfleisch) und vieles weitere werden häufig auf den Bissflügelaufnahmen erkannt.
Die Einzelfilmaufnahme
Der Zahnfilm (Einzelfilm) ist eine kleine Röntgenaufnahme - meist in der Standardgröße von 5 x 4 cm - mit welchen innerhalb des Mundes (Zahnfilm hinter dem Zahn, Röntgenquelle außerhalb des Mundes) eine diagnostische Röntgenaufnahme angefertigt wird. Aufnahmebedingt werden mit dieser Technik etwa 2 - 4 Zähne auf dem Röntgenbild. dargestellt. Zahnfilme zeichnen sich durch eine unübertroffene Detailgenauigkeit aus. Mittels sog. Röntgenstatus lassen sich so auch alle Zähne des Gebisses, allerdings mit einer größeren Strahlenbelastung und einem aufwendigem Handling im Vergleich zu Panoramaaufnahmen, darstellen.
Die Panoramaschichtaufnahme
Eine Panoramaschichtaufnahme oder auch Orthopantomogramm (OPT oder umgangssprachlich OPG) genannt, ist ein Verfahren einer dentalen Röntgenaufnahme. Sie ist heute ein Standardverfahren der dentalen Radiographie und erlaubt eine diagnostisch aussagekräftige Röntgenaufnahme der Ober- und Unterkiefer des Menschen. Es werden alle Zähne, die angrenzender Kieferbereiche, beide Kiefergelenke und ebenso die rechte und die linke Kieferhöhle abgebildet.
Das Ergebnis liefert eine "Schicht" als gute Übersicht zum Erkennen krankhafter Prozesse (tiefe Karies, Vereiterungen im Kiefer, verlagerte oder nicht angelegte Zähne) oder operativer Planungen (z.B. Zahnimplantate; Entfernung von Weisheitszähnen) ohne dabei allerdings die Detailgenauigkeit einzelner, direkt von den Zähnen genommener Röntgenaufnahmen (sog. Einzelaufnahmen oder Zahnfilme) zu erreichen.
Vorteile der Panoramaschichtaufnahme sind der geringere Zeitaufwand, die standardisierte Projektion, das größere Aufnahmegebiet und ein geringeres Strahlendosisrisiko.
Artikel von:
Spezialistenpraxis-Hamburg Dr. Ghaussy, Dr. Heidle und Dr. Abed
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