Zahnimplantate sind gut, eigene Zähne sind besser
Überhaupt nicht provokativ gemeint ist dieser Titel, denn selbst sehr erfahrene Implantologen sind sich darin einig: das Gefühl auf eigenen Zähnen zu kauen ist unverwechselbar und wird von Zahnimplantaten nicht vollständig wiedergegeben. Zudem besteht bei vielen Patienten eine Kontraindikation aus gesundheitlichen Gründen.
Die Bemühungen eigene Zähne zu erhalten sind deshalb keine „verlorene Liebesmühe“.
Aber was tun, wenn die Bemühungen erfolglos bleiben und Zahnbegrenzte Lücken zu groß sind um sie durch Brücken schließen zu können? Ein anderer, prothetisch schwer zu lösender Fall ist bei so genannten“ Freiendlücken“, also wenn der endständige Zahn ganz fehlt.
Die moderne Kieferorthopädie kommt den Prothetikern in vielen solcher scheinbar aussichtsloser Fälle zu Hilfe. Die präprothetische Kieferorthopädie bedient sich zum Teil auch kieferchirurgischer Maßnahmen um verbliebene Zähne zusammenzurücken oder auseinander zuziehen – eben ganz so wie es der Prothetiker braucht um geeignete Pfeilerverteilung für eine Brückenversorgung zu erhalten. Sehr interessant sind in diesem Zusammenhang interkortikale Schrauben oder auch anders: „mini Implantate für die Kieferorthopädie“. Diese Implantate, die nur zeitweise im Kiefer verbleiben, sind ein entschiedener Schritt vorwärts in der Kieferorthopädie. Sie ermöglichen viele Zahnbewegungen die vorher mangels Verankerung oder aus Gründen der Erhaltung der physiologischen Bißlage nur bedingt möglich waren.
Auch für Patienten, die Ihre Brückenversorgung zu lange hinausgezögert haben und deren endständige Zähne inzwischen infolge starker Kippung nicht mehr für Brücken verwendbar sind, eröffnen sich neue Möglichkeiten. Statt scheinbar wertlose, weil zu stark gekippte Zähne nach und nach zu verlieren, kann der Gang zum Zahnarzt und eine erfolgreiche interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem Kieferorthopäden, doch zu einer lange hinausgeschobenen Brücke verhelfen.
Nach getaner Arbeit werden interkortikale Schrauben einfach entfernt und die Schleimhaut heilt in kürzester Zeit ab. Das ganze geschieht nicht etwa unter Vollnarkose, eine einfache örtliche Betäubung genügt vollkommen.

Dr. Christian Hieronymus Fried über Schwerpunkte, Spezialgebiete und Lieblingsdisziplinen in der Zahnmedizin