Häufige Nebenwirkung des Bleichens ist eine vorübergehende Überempfindlichkeit der Zähne. Die Patienten sollten deshalb von Anfang an eine desensibilisierende Zahnpasta mit Natriumfluorid verwenden (z.B. Sensodyne). Gelangt das Bleichmittel auf das offene Zahnfleisch, kann es zu leichten Reizungen kommen. Diese verschwinden aber nach wenigen Tagen wieder. Bei versehentlichem Verschlucken des Bleichmittels besteht keine Gefahr. Carbamidperoxid wird im Magen in H2O2 und Harnstoff gespalten. H2O2 wird weiterzerlegt in Wasser und reaktiven Sauerstoff; der Harnstoff über die Nieren ausgespült. Rauchen sollte allerdings während des Tragens der Bleichschiene vermieden werden. Die in allen Bleichmitteln enthaltenen Peroxide können beim Zerfall die mutagene Wirkung von z.B. Zigarettenrauch verstärken. Bei zu langer Anwendung können die Peroxide auch die Mundflora ungünstig verändern. Die Bleichbehandlung reduziert vorübergehend die Haftfestigkeit von adhäsiv befestigten Materialien. Mit nachfolgenden Restaurationen sollte ungefähr zwei Wochen gewartet werden.
Trotz dieser Risiken ist das Bleichen von vitalen und devitalen Zähnen die zahnschonendste Behandlung in der Zahnmedizin.

Dr. Christian Hieronymus Fried über Schwerpunkte, Spezialgebiete und Lieblingsdisziplinen in der Zahnmedizin