Weisheitszähne befinden sich im hintersten Teil des menschlichen Gebisses, sowohl im Ober-, als auch im Unterkiefer.
Der so genannte Achter (nach der Bezifferung der Zähne, gezählt ab der Mitte) bricht in der Regel in einem Alter zwischen 18 und 25 Jahren aus. Dies ist somit auch ausschlaggebend für seine umgangssprachliche Betitelung, da sich in diesem Alter - dem Volksmund nach - ein gewisses Maß an Weisheit bei den Betroffenen angesammelt hat.
In seltenen Fällen existiert neben dem Achter, noch ein weiterer angelagerter Weisheitszahn: Der Neuner. Diese Weisheitszähne werden in der Zahnmedizin als Distomolaren bezeichnet.
Die dentitio difficilis ist der häufigste Grund für eine Entfernung der Weisheitszähne. Sie tritt meist im Unterkieferbereich auf und sollte umgehend von einem Zahnmediziner behandelt werden.
Wenn der Durchbruch aufgrund zu geringer Platzverhältnisse erschwert wird bzw. ein korrekter Durchbruch nicht möglich ist, bricht der Weisheitszahn entweder gar nicht (retiniert) oder nur partiell (teilretiniert) durch.
Des Weiteren sind auch impaktierte Weisheitszähne, also Weisheitszähne, die nach ihrer kompletten Entwicklung vollständig im Kieferknochen eingelagert ist, maßgeblich für einen operativen Eingriff verantwortlich.
Als Merkmale einer dentitio difficilis gelten Schluckbeschwerden, Kieferklemme (aufgrund von Schwellungen) oder Schleimhautentzündungen (häufig in Verbindung mit auftretendem Mundgeruch) und neuralgische Schmerzen (Gesicht und Ohr).
Bei der Unterlassung einer Behandlung kann sich eine Entzündung zu einem Abszess weiterentwickeln der ernsthafte gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann.
Auch vor oder nach kieferorthopädisch-operativen Eingriffen ist die Entfernung der Weisheitszähne in vielen Fällen sinnvoll und nötig.

Prof. Dr. Norbert Linden über Schwerpunkte, Spezialgebiete und Lieblingsdisziplinen in der Zahnmedizin