Das Ende der Beliebtheit so genannter Soft- oder Energy-Drinks ist nicht abzusehen. Ganz im Gegenteil: Die zuckersüßen Erfrischungsgetränke freuen sich stetig wachsender Begeisterung. Vor allem Jugendliche stellen die größte Konsumentenschicht dieser Produkte.
Soft- oder Energy-Drinks sind jedoch bewiesenermaßen für die Gesundheit im Allgemeinen nicht besonders zuträglich; und im Fall der Zahngesundheit, im wahrsten Sinne des Wortes abträglich.
Die Erfrischungsgetränke besitzen gleich zwei Gefahrenherde für die Zähne.
Zum einen ist der in den Getränken enthaltene hohe Anteil an Zucker maßgeblich für die Schädigung der Zahnsubstanz verantwortlich. Der Zucker wird von den in dem Zahnbelag (Plaque) vorhandenen Bakterien
(Streptokokken mutans) in Säure umgewandelt, die in der Folge die Zähne angreifen.
Zum anderen sind die bereits in den Getränken vorhandenen diätetischen Säuren, allen voran die Phosphorsäure (E338) und die Zitronensäure (E330), ursächlich für die Erosion (die Abtragung des Zahnschmelzes) verantwortlich. In Kombination mit den als Konservierungsmittel darüber hinaus enthaltenen Säuren (Ascorbinsäuren, Kohlensäure, Benzoesäure und Fruchtsäuren) weichen (engl.: to soften) die Säuren den Zahnschmelz
dermaßen auf, dass die Zahnsubstanz durch direkt folgendes Putzen oder Kauen praktisch abgerieben wird.
Bei diesem Demineralisierungsprozess ist der Zeitpunkt der Zahnreinigung von entscheidender Bedeutung. Findet das Putzen direkt im Anschluss an den Verzehr von Soft- bzw. Energy-Drinks statt, können aufgrund der vorausgegangenen Auflösung keilförmige Einschnitte an den Zahnhälsen auftreten.
Eine Zeitspanne von etwa einer halben Stunde sollte nach dem Verzehr und vor dem Zähneputzen zur Regeneration für den Zahnschmelz eingehalten werden.
Übrigens: Auch die als Light-Produkte ausgeschriebenen Varianten vieler Soft- und Energy-Drinks weisen gleich hohen Anteil an Säuren auf, wie die Basisprodukte.

Prof. Dr. Norbert Linden über Schwerpunkte, Spezialgebiete und Lieblingsdisziplinen in der Zahnmedizin