Leider hat die moderne zahnmedizinische Entwicklung noch kein Mundwasser entwickelt, welches das Zähneputzen überflüssig macht. Zur Ergänzung der täglichen Mundhygiene sind Mundspülungen jedoch zu empfehlen. Aber: Es gibt Unterschiede, die in den Werbekampagnen der Hersteller oftmals zu kurz kommen.
Mundwasser und Mundspülungen können durchaus einen positiven unterstützenden Effekt auf die Zahngesundheit haben. Die Betonung liegt hierbei jedoch auf KÖNNEN.
Manche der Angebotenen Produkte sind nichts weiter als Atemerfrischer, die keinerlei nachhaltige positive Einwirkungen auf die Mund- und Zahnflora haben. Zwar befindet sich bei diesen Produkten oftmals der Hinweis „klinisch getestet“ auf dem Verpackungen, was jedoch keine Rückschlüsse auf die Wirksamkeit zulässt, sondern ausschließlich darauf verweist, dass diese Mundspülung (oder dieses Mundwasser) klinisch getestet wurde; ohne Berücksichtigung einer eventuellen medizinischen Wirksamkeit.
Diese Produkte fallen somit unter so genannte „kosmetische Mittel“ und können in ihrer Zusammensetzung sehr variieren. Die einzige rechtliche Auflage ist, dass bei Gebrauch keinerlei gesundheitlichen Schäden entstehen.
Daneben existieren natürlich noch Mundwasser und Mundspülungen die durchaus sinnvoll als Zusatz zu regelmäßiger Mundhygiene zur Anwendung kommen können. So findet man unter den angebotenen Produkten „Karies reduzierende Mundwasser“, die z. B. bei freiliegenden Zahnhälsen, bei Trägern von kieferorthopädischen Geräten und auch für behinderte und ältere Menschen sinnvoll sind. Auch nach Parodontits-Behandlungen ist die Verwendung durchaus empfehlenswert.
Antibakteriell wirkende Zahnfleischpflegende Mundwasser sind ebenfalls in Erwägung zu ziehen, können jedoch bei bereits vorhandenen Entzündungen nur als Linderung, und nicht als „hausgemachte Therapie“ angesehen werden.
Grundsätzlich als Tipp kann man nach jeder Mahlzeit den Mund einfach mit normalen Wasser ausspülen oder nach dem Zähneputzen die bereits im Mund befindliche Zahnpasta zwei Minuten ziehend und pressend durch die Zähne ziehen.

Prof. Dr. Norbert Linden über Schwerpunkte, Spezialgebiete und Lieblingsdisziplinen in der Zahnmedizin