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Artikel zu: Kinderzahnmedizin | Daumenlutschen: Natürlich oder gefährlich?

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Natürlich ist das Daumenlutschen bei kleinen Kindern natürlich. Dieser angeborene Reflex wird von dem Kind bereit im Mutterleib vollführt.

Das Lutschen oder Saugen am Daumen, daher auch Saugreflex, ist evolutionär zu erklären. Die saugende Mundbewegung sichert die Grundnahrungsversorgung innerhalb des ersten Lebensjahres und kann daher nicht nur bei Menschen, sondern auch bei anderen Primaten beobachtet werden. Aber nicht nur zur Sicherung des Überlebens wird dieser Reflex ausgeführt. Psychologischen Studien zufolge haben Kinder eine hohe emotionale Verbindung zu diesem Reflex, da er für diese ein Gefühl der Geborgenheit, der Ruhe und des Trostes transportiert.



Problematisch wird das Daumenlutschen der Kinder aus zahnmedizinischer Sicht spätestens ab einem Alter von vier Jahren. Zu diesem Zeitpunkt sollten die Eltern ihre Kinder, erst durch die Umstellung auf einen Schnuller, und später durch eine ritualisierte Entsorgung dieses „Ersatzdaumens“ von der Angewohnheit gelöst haben, da ansonsten eine Reihe von nachhaltigen Defekten entstehen können.



So kann das Pressen des Daumens unter den Gaumen zu einem Kieferfehlwachstum führen, was in der Folge, dass heißt in fortgeschrittenem Alter des Kindes, zu funktionalen (mechanischen) Störungen führen kann. Darüber hinaus können Defizite in der Sprachausbildung auftreten.

Je nach Dauer der Angewohnheit treten ebenfalls Veränderungen der Zahnstellung im Bereich der oberen Schneidezähne auf. So besteht die Gefahr zu einer Schrägstellung der Schneidezähne oder gar zur Ausbildung eines so genannten Fehlbisses (in diesem Fall, des offenen Bisses). Diese Unregelmäßigkeiten haben nicht nur eine Auswirkung auf die Motorik und das Sprechverhalten, sondern sind darüber hinaus auch oftmals eine psychologische Belastung für die betroffenen Kinder.



Daher sollte versucht werden, bereits ab dem Alter von zwei bis drei Jahren, die Abgewöhnung des Daumenlutschens (und ihrer Surrogate – Schnuller, Kuscheldecke, etc.) anzustreben. Zu den Möglichkeiten und den besten Methoden können Eltern jeder Zeit ihren niedergelassenen, behandelnden Zahnarzt fragen, der mit guten und wertvollen Tipps zur Seite stehen wird.


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