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Erste Hilfe für die Zähne

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Erste Hilfe für die Zähne

40% der zwei- bis vierjährigen Kinder sind von Verletzungen der Milchzähne, ca. 30% der acht- bis zwölfjährigen von Verletzungen der bleibenden Zähne durch traumatische Schädigungen betroffen (Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, DGZMK). Meist sind die oberen mittleren Schneidezähne aufgrund ihrer Stellung im Zahnbogen beteiligt. Wenn die betroffenen Zähne gelockert sind und keine Wurzelfraktur vorliegt, lassen sich diese Zähne meist problemlos mit einem speziellen Verfahren im Mund schienen und werden wieder fest. Die direkte Schienung erfolgt heute unter Einsatz der Adhäsivtechnik mit Komposit und Drähten, Netzen und Glasfasern. Eine regelmäßige Nachkontrolle sollte erfolgen, da die langfristige Schädigung der Zähne direkt nach dem Unfall schwer einzuschätzen ist. Schwieriger wird es, wenn sich der Zahn nach traumatischer Einwirkung außerhalb des Mundes wiederfindet. Nach einer solchen Zahnverletzung sollte umgehend ein Zahnarzt, Oralchirurg oder eine Zahnklinik aufgesucht werden, denn bleibende Zähne können wieder anwachsen, wenn die Zellen der Wurzelhaut überleben. Eine Zahnrettungsbox kann helfen. Die Zellen der Wurzelhaut können bis zu 30 Stunden in der speziellen Nährlösung überleben. Einige Stunden überstehen sie auch in kalter Milch oder isotoner Kochsalzlösung, die in der Apotheke erhältlich ist. Leitungswasser ist nicht geeignet. Eine Zahnrettungsbox sollte in keiner Kindertagesstätte, Schule und in keinem Sportverein fehlen. Was soll der Patient tun? Er sollte den verlorenen Zahn suchen, finden und aufheben. Die Wurzeloberfläche sollte nicht berührt und desinfiziert, auch nicht mit Bürste und Wasser gereinigt werden. Wenn verfügbar innerhalb von 30 Minuten in die Zahnrettungsbox legen! Die Austrocknung des Zahnes muss vermieden werden. Falls die Vitalität der Wurzelhaut erhalten werden konnte, kann der Zahn nach Reposition im Knochenfach und entsprechender Schienung wieder anwachsen und fest werden. Bei Reimplantation (Wiedereinpflanzen), blutenden und verschmutzten Schürfwunden muss gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) geimpft werden, sollte die letzte Impfung länger als ein Jahr zurückliegen. Vollständig herausgeschlagene Milchschneidezähne werden nicht reimplantiert im Gegensatz zu bleibenden Frontzähnen. Gelockerte Milchschneidezähne können wie bleibende Zähne gerichtet und geschient werden. Geht der Bruch bis zur Pulpa (Zahnmark), ist eine Wurzelbehandlung erforderlich. Ebenso ist zu verfahren, wenn die Pulpa des Zahnes nach Schienung abstirbt.

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