Artikel: MIH (molaren-inzisiven-hypomineralisation/ Hypoplasie)

(Dieser Zahnarzt-Artikel wurde 7015 mal gelesen)

MIH (molaren-inzisiven-hypomineralisation/ Hypoplasie)

In den letzten Jahren treten vermehrt an den 6-Jahres-Molaren und manchmal auch an den bleibenden Frontzähnen Fehlbildungen auf. Diese Fehlbildungen sind meist dunkelgelb bis bräunlich, die Oberfläche der Zähne kann intakt aussehen oder hat bereits größere Defekte. Die kinder klagen meist über sehr empfindliche Zähne die beim Trinken, Essen und Zähneputzen Schmerzen verursachen. Es müssen nicht alle 6-Jahres-Molaren und Frontzähne betroffen sein, In vielen Fällen ist nur 1 Zahn betroffen. Ursachen dieser Mineralisationsstörung werden vielfältig diskutiert ( Milchdioxin durch zu langes Stillen, frühkindliche Lungenerkrankungen mit Antibiotikagabe, Folsäuremangel in der Schwangerschaft usw.) Eine tatsächliche Ursache konnte bislang allerdings nicht verifiziert werden. Das therapeutische Spektrum der Behandlung der MIH-Zähne ist gering. Ist die Oberfläche intakt ohne herausgebrochene Fehlstellen kann man in engmaschigen Kontrollen den Zahn so belassen und und nur lokal fluoridieren um die sensibilitäten zu mindern. Ist eine Hypomineralisationsstelle bereits eingebrochen sollte sie vollständig entfernt werden um die Restzahnsubstanz zu schützen. Der Defekt kann dann, wenn er recht begrenzt ist mit einer dentinadhäsiven Rekonstruktion gefüllt werden, in manchen Fällen ( wenn ein Großteil des Zahnes geschädigt ist) ist selbst bei Kindern bereits eine Überkronung dieses Zahnes mit einer Stahlkrone ( die sonst nur für Milchzähne verwendet werden) von Nöten. Die Füllungen müssen engmaschig kontrolliert werden, da eine Füllung meist nur unzureichend an den Zähnen verankert werden kann! was können Eltern zusätzlich tun? Die Zähne sollten 1-2x wöchentlich zusätzlich mit einem Fluorid-Gelée geputzt werden. Was kann der Zahnarzt zusätzlich tun? Sind die Sensibilitäten sehr ausgeprägt kann eine Ozontherapie ( Healozon) Linderung verschaffen. Welche Probleme treten bei der Behandlung auf? Die Zähne lassen sich meist nur unzureichend betäuben, ich habe bereits Zähne erlebt, die mit keiner Anästhesietechnik betäubbar waren! Das kann zu einer großen Herausforderung beim kleinen Patienten werden.Lieber Kollege/ liebe Kollegin: Bringen Sie Geduld für diese Kinder auf! Manchmal sind Sedierungsmaßnahmen / Lachgas unerlässlich bei der Therapie, obwohl sie für mich nur den letzten Ausweg darstellen. Ich versuche zuerst alle anderen Techniken auszuschöpfen.

Artikel von:

Sandra Müller-Angstzahnärztin-München

Premium-Zahnarzt

  • Punkte: 24374
  • Empfehlungen: 187
  • Antworten: 18294