Artikel: Wie soll der ideale Zahnarzt sein

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Wie soll der ideale Zahnarzt sein

1.Zahnbehandlungen sollen schmerzfrei sein. Es gibt keinen Grund, warum man heutzutage als Patient Schmerzen bei einer Zahnbehandlung aushalten müsste. Es gibt Betäubungsmittel, die dies garantieren. Sollte es Schwierigkeiten geben, einen Zahn ausreichend betäubt zu bekommen, muss die Ursache dafür gefunden und beseitigt werden. Meistens handelt es sich um eine Entzündung.

2. Der Zahnarzt sollte sich nicht nur um die Zähne des Patienten kümmern, sondern auch um das psychische Wohlbefinden. Dazu gehört, dass eine Kommunikation stattfindet, so dass der Zahnarzt weiß, wie der Patient die Behandlung empfindet.

3. Der Patient sollte ausreichend über die Behandlung seiner Zähne und über alternative Behandlungsmöglichkeiten informiert sein. Schon auf dem Weg in die Praxis sollte der Patient am besten schon wissen, worauf er sich seelisch einzustellen hat und er sollte selbst entscheiden dürfen, was er mitmachen kann und was nicht. Beim ersten Besuch ist es deshalb sinnvoll, nur um einen Gesprächstermin zu bitten.

4.Die Information sollte in einer für den Patienten verständlichen Sprache vermittelt werden. Jeder Fachausdruck hat mindestens eine deutsche Übersetzung die der Zahnarzt ohne Probleme benutzen kann.

5.Zahnärzte haben meistens keine psychologische Ausbildung, insofern sie sich nicht in der Freizeit darum gekümmert haben. Sie wissen deshalb oft nicht, warum manche Menschen über Jahre oder Jahrzehnte nicht zum Zahnarzt gehen. Manchmal denken sie, der Patient interessiert sich wohl nicht für seine Zähne. Fast alle Menschen mit Zahnbehandlungsängsten wissen aber genauso gut wie andere, das es sinnvoll ist regelmäßig zum Zahnarzt zu gehen und warum man es tun sollte. Sie können es aber nicht, weil sie Erfahrungen mit Zahnärzten gehabt haben, die Ängste verursacht haben. Ängste führen dazu, dass man die gefürchtete Situation meidet, manchmal um jeden Preis. Wer Angst hat muss es sich nicht gefallen lassen, Vorwürfe anzuhören, dass er zu selten beim Zahnarzt war. Zahnbehandlungsängste werden fast immer von Zahnärzten verursacht und es gibt deshalb keinen Grund, warum der Patient sich dafür schämen sollte.

6. Wenn man lange nicht beim Zahnarzt war ist es meistens sinnvoll, einen „weichen“ Neuanfang zu machen und zuerst einfachere Behandlungen durchzuführen, die nicht allzu lange dauern.

7. Der Zahnarzt und sein Team sollten berechenbar sein. Am besten immer vorher überlegen, was beim nächsten Termin machbar ist. Es darf keine Überraschungen geben.

8. Während der Behandlung sollte der Patient die Möglichkeit haben, bei Bedarf die Behandlung zu unterbrechen, aus welchem Grund auch immer. Dies muss vom Zahnarzt immer und ohne Ausnahme respektiert werden, sonst kann kein Vertrauensverhältnis entstehen. Nur weil man sich auf dem Zahnarztstuhl setzt, muss man nicht deshalb die Kontrolle über sich selbst abgeben.

9. Sollte der Zahnarzt während der Behandlung sehen, dass der Behandlungsablauf geändert werden muss, etwa weil ein Zahn doch nicht zu retten sei, muss dem Patienten die Möglichkeit geboten werden, sich an die neue Situation anzupassen und ggf eine zweite Meinung einzuholen. Ist diese Möglichkeit nicht vorher besprochen worden und der Patient unsicher scheint, wie er sich entscheiden soll, dann lieber die weitere Behandlung vertagen.

10. Es ist oft für dem Zahnarzt bequemer, wenn der Patient auf dem Rücken liegt während der Behandlung. Man muss aber auch an dem Patienten denken. Für Menschen die vorher traumatisiert worden sind, in einer Zahnarztpraxis oder woanders, kann diese Körperlage unangenehme Gefühle auslösen. Um zu verhindern, dass der Patient sich hilflos oder ausgeliefert fühlt ist es deshalb sinnvoll, wenn der Patient im Sitzen behandelt wird.


Mats Mehrstedt, 2009

Artikel von:

Dr. Mats Mehrstedt

Premium-Zahnarzt

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