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Ablauf einer Prophylaxe Behandlung bei Kindern

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Ablauf einer Prophylaxe Behandlung bei Kindern

Ablauf einer Prophylaxe Behandlung bei Kindern 1. Sitzung der Prophylaxe Behandlung Untersuchung durch den Zahnarzt. Es wird der Zahnstatus aufgenommen und evtl. kariöse Läsionen im Befund festgehalten. Zahnzustand und evtl. bereits feststehende Fehlstellungen werden notiert. Prophylaxemaßnahmen im mündlichen Bereich. Aufklärung über Mundhygiene, Miteinbeziehung der Eltern, praktische Übungen der geeigneten Putztechnik anhand Spiegel und Modell inkl. Handhabung der Hilfsmittel für die Reinigung der Zahnzwischenräume. Erstellung eines Mundindexes zur Feststellung und Beurteilung von Plaque-Retentionsstellen. Gegebenenfalls Ernährungshinweise für die Eltern. Empfehlungen zur Anwendung geeigneter Fluoridierungsmittel zur Schmelzhärtung. Durchführung einer kindgerechten Professionellen Zahnreinigung. 2. Sitzung der Prophylaxe Behandlung Kontrolle des Übungserfolges, evtl. Remotivation. Erbringung eines Speicheltests um die Kariesanfälligkeit eines Kindes festzustellen. Aussage über das Kariesrisiko erfolgt durch sofortige Auswertung des Tests und direkte Besprechung mit den Eltern. Einfache Speicheluntersuchungen geben auch Aussagen über die Pufferkapazität des Speichels, so dass in dieser Sitzung dann auch die weiteren Behandlungsmaßnahmen festgelegt werden können. Am Ende dieses Behandlungsablaufes steht immer die Entfernung der weichen Beläge, falls vorhanden, und die abschließende lokale Fluoridierung zur Schmelzhärtung. Was versteht man unter weiteren Behandlungsmaßnahmen? Versiegelung der kariesfreien Fissuren bei vorhandenen Milchzähnen Versiegelung der kariesfreien Fissuren bei den bleibenden Zähnen Geregelte Überwachung der Mundhygiene Individuell abgestimmtes Recall für die Durchführung einer Professionellen Zahnreinigung Einsatz von Chlorhexidin-Lack zur Reduzierung des Kariesrisikos zahnbezogen Regelmäßige Durchführung einer Fluoridierung zur Zahnschmelzhärtung

Art der zusätzlichen Maßnahmen Kassenleistung Zusätzliche Kosten
Prophylaxemaßnahmen im mündlichen Bereich ja keine
Erstellung von Index und Mundhygieneunterweisungen ja keine
Professionelle Zahnreinigung (PZR) nein 2,13 Euro pro Zahn
Remotivation ja keine
Speicheluntersuchungen inkl. Auswertung und Bestimmung der Pufferkapazität nein Solche Tests gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Jedoch grundsätzlich für ca 40 Euro durchführbar
Versiegelung der kariesfreien Milchzähne nein Ca 11,63 Euro pro Zahn
Versiegelung der kariesfreien Fissuren im bleibenden Gebiss Molaren 6er und 7er ja keine
Versiegelung der kariesfreien Fissuren im bleibenden Gebiss Prämolaren nein Ca 11,63 Euro pro Zahn
Anwendung von Chlorhexidin-Lack nein Analog Berechnung
Fluoridierungsmaßnahmen zur Schmelzhärtung ja keine
Zu diesen oben angeführten Beträgen ist diese Leistung grundsätzlich erbringbar. Da jedoch nach der Gebührenordnung für Zahnärzte privat abgerechnet wird, obliegt es dem Zahnarzt ggf den Faktor des Steigerungssatzes anzuheben, wenn er dies medizinisch begründen kann oder wenn er durch erheblicher Mehraufwand an Zeit oder an Schwierigkeit dies für erforderlich hält. Viele Zahnärzte erbringen auch die Versiegelung von Zähnen nur in Verbindung mit Kofferdam ( ein Spanngummi, mit dem absolute Trockenheit der Kavität erreicht werden kann.) Da die Anwendung eines Kofferdams bei Kindern nicht immer einfach zu handhaben ist, wird hier vermutlich immer der 3,5 fache Satz Anwendung finden. (Kosten 12,81 Euro je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich inkl. Materialkosten). Wird diese Versiegelung der kariesfreien Fissuren nicht in der Fluoridierungssitzung erbracht, wird pro Zahn ein Entfernen der weichen Beläge erforderlich ( ca 1,26 Euro pro Zahn à in diesem Fall dürfte der 2,3 fache Satz immer ausreichend sein). Unterschiede können sich auch beim Speicheltest durch die Auswahl des Materials bemerkbar machen. Für die oben angeführte Bemerkung wurde der Speicheltest der Fa. Espe und die Bestimmung der Pufferkapazität der Fa. Merck zugrunde gelegt, der in den Zahnarztpraxen am Häufigsten Anwendung findet. (Speicheltest: Clinpro / Cario L-Pop – Puffertest: Spezialindikator ph 4.0-7.0) Es gibt Speicheltests bei denen eine Kultur angelegt wird und eine aufwendige Aufbereitung des entnommenen Material erfolgen muss. Dies kann natürlich auch praktiziert werden. In all den Jahren in denen ich mit Kindern arbeite, hat sich jedoch der Clinpro sich auf das Beste bewährt. Dieser Test basiert auf dem Nachweis von Milchsäure, die von Karies verursachenden Bakterien im Biofilm der Zunge gebildet wird. Das Teststäbchen enthält den Zucker Saccharose. Die aufgenommenen Bakterien verstoffwechseln diesen Zucker und produzieren Milchsäure. Die gebildete Milchsäure wird durch ein spezielles Enzym umgesetzt. Ein NADH bildet dann einen blauen Farbstoff. Somit steht das Ergebnis innerhalb kürzester Zeit in der selben Sitzung zur Verfügung. Die Intervalle für die PZR oder andere Maßnahmen hängt von der Mitarbeit des Patienten und des Kariesrisikos ab. Besteht ein hohes Risiko ist auch der Einsatz von Chlorhexidin-Lack anzuraten. Die Karies verursachenden Bakterien Mutans-Streptokokken sind insbesondere in den Unebenheiten, Poren und Fissuren von Zahnschmelz und Dentin zu finden. Chlorhexidin-Lacke wie z.B. EC40 der Firma Cumdente stellt die normale Mundflora wieder her. Die gefährlichen Mutans-Streptokokken machen Oralis-Streptokokken und Aktinomyzeten Platz und reduzieren somit das weitere Kariesrisiko, denn diese Bakterien verursachen keine Karies. Diese Behandlung mit CHX-Lacken ist in der Kassenleistung ebenfalls nicht enthalten und wird analog berechnet. Z.B. Antimikrobielle Konditionierung gemäß § 6 Abs. 2 GOZ entsprechend: GOZ-Nr. 200 - Versiegelung von kariesfreien Zahnfissuren mit aushärtenden Kunststoffen, je Zahn gemäß § 10 Abs. 4 GOZ. Diese Leistung geht bei hohem Kariesrisiko der Versiegelung voraus, um bereits im Vorfeld eine Reduzierung der Bakterien zu erreichen, besonders im Bereich der Fissuren, die versiegelt werden sollen.

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